Kommentar zur Wahl in Sachsen-Anhalt: Mit oder ohne Partner?

Magdeburg - Dieses Wahlergebnis ist ein politisches Erdbeben: Fast jeder zweite Sachsen-Anhalter hat sein Kreuz bei der AfD gemacht. Die regierende CDU um MP Sven Schulze (47) wurde krachend abgewählt, ihr Ergebnis hat sich halbiert. Da hilft auch keine Brandmauer mehr: Dieses Votum ist so eindeutig, dass es weder in Magdeburg noch in Berlin ignoriert werden kann.

Sven Schulze (47) hat bei der Wahl in Sachsen-Anhalt eine krachende Niederlage einstecken müssen. Bleibt er dennoch Ministerpräsident?  © Fabian Sommer/dpa

Sollte es am Ende des Abends knapp nicht reichen für die angestrebte Machtübernahme per Alleinregierung, müsste sich die kraftstrotzende AfD doch noch um einen Koalitionspartner bemühen.

Meint es Ulrich Siegmund (35) ernst mit der Demokratie, sollte er CDU und Co. dann zu Sondierungsgesprächen einladen.

Und die übrigen Parteien sollten das Angebot nicht ausschlagen. Das gebietet der Respekt vorm Wähler.

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Der Regierungsauftrag liegt so oder so bei der AfD - was aber nicht heißt, dass andere Parteien verpflichtet wären, mit einer rechtsextremen Partei zu koalieren.

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Regiert die AfD in Sachsen-Anhalt allein oder gibt es eine Koalition von mehreren Parteien?

Bei der AfD war die Freude am Wahlabend riesig. Hier feiern Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35, Mitte), und die Bundesvorsitzenden Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (51) das überwältigende Ergebnis.  © Fabian Sommer/dpa

Aber was wäre die Alternative? Um eine stabile Regierung zu bilden, müsste die AfD ihre rechtsextremen Forderungen aufgeben, für die sie nun einmal gewählt wurde. Schwer vorstellbar.

Trotzdem regieren will mit ihr nur das BSW. Rutscht die Partei in den Landtag, wird die erste AfD-Regierung wohl nicht mehr zu verhindern sein.

Und falls das BSW draußen bleibt? Eine Koalition aller kleinen Parteien - von CDU bis Linke -, um eine Minderheitsregierung der AfD zu verhindern, wäre ein Schlag für fast jeden zweiten Wähler.

TAG24-Redakteur Mario Adolphsen blickt in einer Blitzanalyse auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.  © Steffen Füssel

Eine Legitimation hätte eine solche Regierung der Wahlverlierer aus meiner Sicht nur, wenn sie vorab auf demokratischem Weg klärt, warum es mit dieser AfD einfach nicht geht.

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