Sachsen-Anhalt: Könnten jetzt AfD-Mitglieder zur CDU wechseln, um die Regierung zu ermöglichen?

Magdeburg - Das Wahlergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September dürfte knapp ausfallen: Erhält die laut Verfassungschutz gesichert rechtsextremistische AfD eine Alleinregierung oder wird das Land weiter von einem CDU-geführten Bündnis regiert? Unter Beobachtern steht längst die Frage im Raum, ob, wenn es hart auf hart kommt, CDU-Mitglieder womöglich zur AfD wechseln könnten. Neue Investigativ-Recherchen zeigen jedoch, dass genau das Gegenteil der Fall sein könnte.

Bei CDU und AfD gäbe es derzeit wohl Gespräche über mögliche Seitenwechsler.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wie MDR Investigativ aufdeckte, soll es hinter den Kulissen von CDU und AfD längst Gespräche über mögliche Seitenwechsler geben.

Das Investigativ-Format sprach mit mehreren Insidern beider Parteien und hörte hierbei heraus, dass es wohl fünf bis zehn AfD-Parteimitglieder gäbe, die als sogenannte "Überläufer" gehandelt werden oder die "gute Angebote" nach der Wahl in Erwägung ziehen könnten.

Bei der Landtagswahl am 6. September könnten nach jetzigen Umfragen schon einzelne Sitze dafür entscheidend sein, wer regieren darf. Diese Seitenwechsler könnten dann eine wichtige Rolle spielen.

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Laut MDR hielten mehrere AfD-Insider einen Wechsel einiger Mitglieder zu den Christdemokraten für durchaus möglich.

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"Überläufer" von AfD zur CDU könnten die Wahl entscheiden

Sachsen-Anhalt wählt am 6. September einen neuen Landtag. Schon einzelne Sitze könnten entscheidend sein.  © Jan Woitas/dpa

Gründe dafür könnten Unzufriedenheit darüber sein, bei der Vergabe von Posten und Ämtern leer ausgegangen zu sein oder auch Zwiste mit der Fraktionsspitze. Weitere Mitglieder, die aufgrund ihres Alters zum letzten Mal kandidieren, hätten "wenig zu verlieren", zitiert der MDR.

Ein Parteistratege der CDU stimmt dem zu. Zwar suche die Union derzeit keinen Kontakt zu Überläufern von Rechtsaußen, ein Wechsel schätzt der Insider aber ebenfalls als "gut vorstellbar" ein.

Einen Wechsel von CDU-Mitgliedern zur AfD sehe hingegen niemand als wahrscheinlich. Die Blauen hätten die Union zu oft beschimpft, "dort will niemand hin", hieß es.

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Auf Nachfrage bei den Parteien teilen sowohl CDU als auch AfD mit, von solchen Gesprächen nichts zu wissen.

Rechtlich gesehen ist ein solcher Wechsel unproblematisch: Nach der Wahl unterliegen die Abgeordneten keinem Fraktions- oder Parteizwang und könnten somit jederzeit wechseln. Jedoch käme dies in der eigenen Partei, beim Wahlvolk und selbst im persönlichen Umfeld nicht gut an.

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