Mit Uniform und Einsatzwagen zum AfD-Stand: Bürgermeister entsetzt über Feuerwehrleute

Egeln - Der Besuch mehrerer Feuerwehrleute an einem AfD-Infostand in Egeln (Salzlandkreis) sorgt für Diskussionen. Die Kameraden waren dabei in Einsatzkleidung und mit einem Feuerwehrwagen unterwegs.

Der Besuch der Feuerwehrleute bei AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35, r.) erfolgte in Uniform und mit Einsatzwagen.  © Screenshot/YouTube/weichreite

Wie WELT berichtet, fand die Aktion bereits am vergangenen Freitag statt. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) hatte an diesem Tag einen Infostand auf dem Marktplatz aufgebaut. Dort fuhr nach einem Einsatz auch ein Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Egeln vor.

Mehrere Feuerwehrleute stiegen aus und gingen zu Siegmund. Dieser begrüßte die Männer und bedankte sich für ihren Einsatz. Einer der Kameraden erklärte, man habe vorbeischauen und Siegmund persönlich treffen wollen.

Anschließend entstanden Fotos und Videos. Darauf waren die Feuerwehrleute gemeinsam mit dem AfD-Politiker und dem Einsatzwagen zu sehen. Die Aufnahmen landeten später auch im Internet.

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Für Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr (54, Unabhängige Wählergemeinschaft Egeln) geht das zu weit. Er kritisierte den Auftritt öffentlich mit einem Beitrag auf Facebook.

Feuerwehrleute müssten sich politisch neutral verhalten, wenn sie durch Einsatzkleidung und Dienstfahrzeuge als Mitglieder der Feuerwehr zu erkennen seien.

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Auch ein Gruppenfoto mit AfD-Politiker Siegmund ließen sich die Einsatzkräfte nicht entgehen.  © Screenshot/YouTube/weichreite

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Privat könne dagegen jeder Kamerad die Partei unterstützen, die er wolle, stellte Stöhr klar. Der Bürgermeister kündigte an, den Vorfall intern auszuwerten und mögliche Konsequenzen zu prüfen.

Für Stöhr steht dabei das Vertrauen in die Feuerwehr im Mittelpunkt. Die Bevölkerung müsse sich darauf verlassen können, dass die Einsatzkräfte unabhängig von politischer Einstellung, Religion oder Herkunft helfen.

Unter seinem öffentlichen Beitrag gab es allerdings auch Kritik am Vorgehen. Einige Nutzer warfen ihm in den Kommentaren vor, die beteiligten Feuerwehrleute öffentlich an den Pranger zu stellen, andere sehen bei den Kameraden kein Fehlverhalten und glauben, dass es nicht thematisiert worden wäre, wenn diese sich mit Politikern anderer Parteien hätten fotografieren lassen.

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