Von Sebastian Münster
Harzgerode/Wernigerode - Nach dem Aus für die Standorte der Autozulieferer Bohai und Schlote in Harzgerode und Wernigerode (Harz) sieht die Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-West bis zu etwa 1400 geeignete offene Stellen für die betroffenen Beschäftigten.
Demnach gab es im verarbeitenden Gewerbe im Umkreis der Beschäftigten der Firmenstandorte 1150 offene Stellen in verwandten Branchen - davon 641 in der Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbranche sowie im Bereich Elektronik.
Zudem sind nach Ansicht der Arbeitsmarktexperten weitere Berufsgruppen für die Autozulieferer-Beschäftigten geeignet. So könnten Gießerei-Beschäftigte etwa auch in der Verarbeitung von Kunststoffen beschäftigt werden. Daraus würden sich insgesamt 1389 geeignete Stellen ergeben.
Beschäftigte der Harzgeröder Autozulieferer-Standorte stammten überwiegend aus dem Kreis Harz und dem benachbarten Landkreis Mansfeld-Südharz und würden erfahrungsgemäß rund 30 Kilometer um den Wohnort pendeln.
Betroffene Beschäftigte in Wernigerode hätten gute Verkehrsanbindungen nach Niedersachsen in die Landkreise Goslar und Wolfenbüttel sowie in die Stadt Salzgitter.
Vor rund einer Woche hatten die Insolvenzverwalter die Investorensuche für die Bohai- und Schlote-Standorte im Harz für gescheitert erklärt. Über Januar hinaus gebe es keine weiteren Aufträge, hieß es. Unmittelbar betroffen sind nach Angaben der Insolvenzverwalter rund 730 Jobs.
Veranstaltungen für Unternehmen und Jobsuchende geplant
Die Agentur für Arbeit habe im benachbarten Creativitäts- und Competenz-Centrum Harzgerode einen Beratungsstützpunkt für die Betroffenen eingerichtet, hieß es weiter. Dort sollen Beratungs- und Vermittlungsgespräche stattfinden. Viele von ihnen hätten sich zudem bei einer am Mittwoch in Quedlinburg stattfindenden Jobmesse angemeldet.
Künftig soll es zudem "Arbeitsmarktdrehscheiben" geben, bei denen suchende Unternehmen und Jobsuchende aufeinandertreffen.