Von Hannes Rücker
Schnaudertal - Bei einem Hausbrand im Schnaudertaler Ortsteil Kleinpörthen (Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt) sind am Mittwochabend ein 38 Jahre alter Vater und sein fünfjähriger Sohn gestorben. Am Donnerstag erlag auch die Tochter (†9) ihren Verletzungen.
Nichts deutet in Kleinpörthen darauf hin, dass sich hier am Mittwochabend um 21 Uhr ein Unglück abgespielt hat. Dem Haus in dem kleinen Ort an der südlichen Landesgrenze Sachsen-Anhalts, in dem in der Nacht ein Vater und sein fünfjähriger Sohn bei einem Brand ums Leben gekommen sein sollen, ist auf den ersten Blick nichts anzusehen: Keine Brandschäden, kein Ruß zeugen davon, dass eine vierköpfige Familie hier zerrissen worden ist.
Wie es zu dem Brand kommen konnte, wird derzeit ermittelt. Der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion Halle sucht nach Antworten.
Die ganze Nacht seien Polizeikräfte vor Ort gewesen, sagte eine Sprecherin. Erste Hinweise deuteten auf einen "erweiterten Suizid" hin, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle der Deutschen Presse-Agentur.
Das Brandgeschehen habe sich nur kleinräumig im Inneren des Hauses abgespielt. Genauere Auskünfte zum möglichen Hergang machen die Ermittler derzeit nicht.
Ortsbürgermeister: 38-Jähriger war in Feuerwehr aktiv
Klar ist: Gegen 21 Uhr wurden Feuerwehr und Rettungskräfte alarmiert. 45 Feuerwehrkräfte verschiedener Wehren eilten zum Brandort. Zu diesem Zeitpunkt waren der 38-Jährige, sein Sohn, seine neunjährige Tochter und die 36 Jahre alte Mutter der Kinder noch im Haus.
Notärztliches Personal versuchte, das Leben der beiden tödlich Verletzten zu retten. Doch auch intensive Reanimationsmaßnahmen kamen für den Vater und seinen Sohn zu spät, heißt es von der Polizei. Mit schweren Verletzungen wurden Mutter und Tochter in ein Krankenhaus gebracht, wo die Neunjährige stirbt, berichtet der MDR. Ein Hubschrauber kam zum Einsatz.
"Das Dorf ist geschockt", sagte der Kleinpörthener Ortsbürgermeister Hans-Hubert Schulze der Deutschen Presse-Agentur. Der Fall habe die Menschen in dem kleinen Ort wie ein Schlag getroffen. Es kursierten bereits erste Gerüchte, berichtet Schulze. "Der eine sagt, es hätte wohl nach Benzin gerochen." Er mahnt allerdings, die Ermittlungen abzuwarten: "Ich sage, quatscht nicht so ein Zeug. Nachher stimmt es nicht."
Der 38-jährige Verstorbene sei selbst aktives Mitglied der freiwilligen Ortsfeuerwehr gewesen. "Es ist tragisch, weil das ein aktiver Kamerad gewesen ist und eben sehr jung", so der Bürgermeister. In den vergangenen Wochen habe der Mann gemeinsam mit anderen etwa beim Bau einer neuen Feuerwehrgarage im Dorf geholfen.
Normalerweise berichtet TAG24 nicht über mögliche Suizide. Da es sich aber um einen Fall von öffentlichem Interesse handelt, hat sich die Redaktion entschieden, es doch zu thematisieren. Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.
Erstmeldung von 7.03 Uhr; zuletzt aktualisiert um 16.43 Uhr.