Wegen starker Hitze: Tausende Unterrichtsstunden fallen in Sachsen-Anhalt aus
Von Dörthe Hein
Magdeburg - Weil es zu heiß ist zum Lernen, fallen an den Schulen in Sachsen-Anhalt jedes Jahr tausende Stunden Unterricht aus.
Im Schuljahr 2025/26 kamen durch Hitzefrei landesweit gut 3800 nicht planmäßig erteilte Stunden zusammen, wie das Bildungsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Susan Sziborra-Seidlitz (48) antwortete.
Im Schuljahr zuvor seien zusammen mehr als 5500 Stunden Ausfall registriert worden, im Schuljahr 2023/24 rund 2100 Stunden.
Oftmals verkürzen Schulen den Unterricht bei hohen Temperaturen, dann entsteht statistisch kein Ausfall. In beiden Fällen wird nicht so viel Unterrichtsstoff vermittelt und geübt wie vorgesehen.
Laut dem aktuellen Erlass gilt: Herrschen um 11 Uhr in einem repräsentativen Unterrichtsraum 26 Grad oder mehr, kann der Unterricht nach der fünften Stunde beendet werden.
Wie sich die Temperaturen in den Schulgebäuden und auf den Schulgeländen entwickelt haben, werde nicht erfasst, so das Ministerium. Schulträger seien zumeist die Gemeinden, Landkreise und kreisfreien Städte. Daher könne man auch nichts zur technischen Ausrüstung etwa mit Klimaanlagen oder anderen Hitzeschutzmaßnahmen sagen.
Es gebe keine Anforderungen hinsichtlich Klimaanpassung und sommerlichem Wärmeschutz für Schulen. "Verbindliche Standards sind nicht geplant."
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
