Leipzig - Sie ist in Sachsen angekommen - und die Behörden schlagen Alarm: Zum ersten Mal ist im Freistaat eine Asiatische Hornisse nachgewiesen worden. Jetzt hat in Leipzig die Jagd nach dem Nest des Bienenkillers begonnen. Denn es droht eine Invasion.
Ausgerechnet im Leipziger Plattenbaugebiet Grünau ist sie aufgetaucht. Vor den Bienenstöcken eines Imkers machte sie Jagd auf die Honigsammlerinnen. Denn die stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Asiatischen Hornisse.
Das Video, das der Mann von dem Eindringling drehte und an die Behörden schickte, sorgt im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) für große Besorgnis.
Die Behörde rief die Leipziger auf, nach dem Nest zu suchen, sich diesem aber nicht zu nähern (Mindestabstand fünf Meter!), da Asiatische Hornissen ihre Brut aggressiv verteidigen. Wer das Nest entdeckt, solle es fotografieren und sofort melden, so die Behörde. Es würde dann von Experten fachgerecht beseitigt werden.
Warum die Eile? "Für den Erstfund der Art in Leipzig gibt es jetzt ein begrenztes Zeitfenster, denn im Spätherbst fliegen aus dem Nest im Durchschnitt 300-500 Jungköniginnen aus, welche in Verstecken überwintern und im Folgejahr jeweils eigene neue Staaten gründen", erklärt LfULG-Sprecherin Karin Bernhardt.
Wird das Nest nicht gefunden, droht eine Invasion der geflügelten Eindringlinge, die vor allem die heimische Bienenwirtschaft gefährden.
Für Menschen nicht gefährlicher als hiesige Hornissen
Such-Tipp der Behörde: Die Asiatische Hornisse baut ihre sogenannten Sekundärnester, die über den Sommer besiedelt sind, bevorzugt in über zehn Meter hohen Bäumen in einer Höhe ab fünf bis sechs Metern aufwärts. Die Nester hängen frei im Baum. An Gebäuden oder in Hecken sind sie eher seltener zu finden.
Die Nester sind meist 60 bis 100 Zentimeter hoch, rund bis birnenförmig, mit einer seitlichen Öffnung versehen und bräunlich gefärbt.
Übrigens: Die Asiatische Hornisse ist für den Menschen nicht gefährlicher als andere Hornissen- und Wespenarten. Allerdings verteidigt sie ihr Nest sehr rigoros, weshalb der Sicherheitsabstand dazu unbedingt eingehalten werden sollte.