Meißen - Extreme Hitze und lang anhaltende Trockenheit machten den Weinbauern in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. So ließen die anhaltenden Hitzetage die Trauben "klein, aber fein" wachsen. Trotzdem feierte das Weingut Schloss Proschwitz am Dienstag das Ende seiner Lese gemeinsam mit Weinprinzessin Joséphine Sander (20).
"Nach einem historisch frühen Start am 20. August endete die Lese erstmals bereits im September", erklärt Proschwitzer Weingutsleiter Björn Probst (52).
Auf mehr als 50 biologisch bewirtschafteten Weinbergsparzellen ernteten rund 20 Lesehelfer, zeitweise unterstützt von sechs Azubis, circa 260.000 Kilogramm Trauben.
"Die Beeren entwickelten sich durch die heiße und trockene Witterung zügig, aber auch klein, was zu sehr geringen Traubengewichten führte. Ein durchschnittlicher Beerendurchmesser liegt bei acht Millimetern. In diesem Jahr bei fünf Millimetern, was einem Viertel des Volumens entspricht", so Leiter Probst.
Zum Schutz wurden die Beeren extra mit Kräuterextrakten und Gesteinsmehl gegen Sonnenbrand und natürlichen Pflanzenextrakten wie Brennnessel und Baldrianblüten behandelt.
Schloss Proschwitz: Azubis füllen besonderen Wein ab
Besonders freut sich Weingutsleiter Probst über das diesjährige Azubi-"Pét-Nat-Projekt" aus rotem Elbling – einer Farbmutation der ältesten Weinsorte Europas.
"Dabei wird Jungwein in der Endphase seiner Gärung in Sektflaschen gefüllt und bildet dort wie bei einer klassischen Flaschengärung Perlage."
Etwa 1000 Flaschen wurden dabei von den Winzer-Azubis per Hand in die Flaschen eingefüllt, um den Gärungsprozess abzuschließen.