"Bis das Stolperstein-Verbot gekippt wird": Theologe sitzt jeden Tag vorm Heidenauer Rathaus

Heidenau - Stiller Protest: Johannes Hintzen (70) aus Freital-Burgk ist in diesen Tagen nachmittags immer vorm Rathaus in Heidenau anzutreffen. Er hält dort eine stille Mahnwache ab. "Ich mache das so lange, bis das Stolperstein-Verbot gekippt wird", sagt der Rentner entschlossen.

Johannes Hintzen (70) sitzt unter der Woche fast täglich jetzt vor dem Rathaus Heidenau auf einem Klappstuhl. Er protestiert dort gegen das Stolperstein-Verbot.  © Daniel Förster

Den Ort seines Protestes hat Johannes Hintzen ganz bewusst gewählt. "Auf dem Marktplatz sehen mich vielleicht mehr Menschen, aber hier im Rathaus werden die Entscheidungen getroffen", sagt er.

Hintzen will sich partout nicht damit abfinden, dass der Heidenauer Stadtrat beschlossen hat, keine neuen Stolpersteine mehr in der Stadt zu genehmigen.

"Wir müssen der Opfer des Holocaust nicht nur auf Friedhöfen gedenken. Die Stolpersteine erinnern uns im Alltag an einzelne Schicksale. Das ist so wichtig. Dieses persönliche Erinnern und Gedenken darf nicht aus dem öffentlichen Leben verschwinden", sagt der promovierte katholische Theologe.

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Im Heidenauer Stadtrat wurde jüngst beschlossen, keine neuen Stolpersteine mehr zu verlegen.  © Marko Förster

Johannes Hintzen hat neben sich ein Plakat aufgestellt. Seine Frau und er haben es gemeinsam kreiert. Der Stolperstein für Paul Gröger ist darauf zu sehen. Gröger war der erste Bürgermeister der 1924 gegründeten Stadt Heidenau. "Protest ist Bürgerpflicht", sagt der Freitaler.

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