Leipzig/Großpösna - Das gibt es so in ganz Deutschland noch nicht: Am Störmthaler See entsteht unter dem Motto "Camping für Alle" ein Inklusionscampingplatz.
Das Ziel ist einfach: Ein barrierefreier Campingplatz, der auch Menschen mit Behinderung nicht ausschließt und das im XXL-Format.
Auf einem Bereich von rund sieben Hektar soll am Südufer des Störmthaler Sees eine dreigliedrige Dorfstruktur entstehen. Darunter neben barrierefreie Ferienhäusern und Tiny-Häusern wie es sich für einen Campingplatz gehört auch Stellplätze für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte.
"Drumherum entstehen Spiel- und Abenteuerbereiche, ein Strandbereich mit Gastronomie sowie Flächen für tiergestützte Angebote sowie eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche", so der Bauherr und Projektträger der Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe Leipzig (SEB).
Kosten wird das Projekt rund 35,5 Millionen Euro. Den größten Teil davon trägt mit 33,75 Millionen der Bund, um den Strukturwandel in der ehemaligen Braunkohleregion voranzubringen. Der Rest wird durch Mittel des Freistaats Sachsen bezahlt.
Am Mittwoch wurde feierlich der erste Spatenstich gesetzt. Jetzt kann die Bauphase beginnen. Mit einer Fertigstellung wird bis Ende 2028 gerechnet.
Zuspruch von Leipzigs Oberbürgermeister
Ein derartiger Inklusionscampingplatz existiert deutschlandweit bisher noch nicht. Umso glücklicher ist der SEB-Betriebsleiter Peter Böhmer über die Umsetzung nach jahrelanger Planung.
"Vier Jahre hat es von der ersten Konzeptidee bis zum heutigen Spatenstich gedauert", erzählt er am Mittwoch.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) findet ebenfalls lobende Worte.
"Menschen mit Handicap finden geeignete Urlaubsbedingungen, junge Menschen mit Unterstützungsbedarf ein Zuhause in den Wohngruppen. Und alle, ob mit oder ohne Behinderung, erleben gemeinsam einen besonderen Ort mitten in der Natur", fasst er das Projekt zusammen.