Kamenz - Ein moderner Hangar ist am Montag feierlich am Flugplatz Kamenz eingeweiht worden. Vor Ort träumt man davon, ein neues Kapitel Luftfahrtgeschichte aufzuschlagen. Im Fokus stehen dabei unbemannte Luftschiffe und elektrische Motorsegler.
"Wir entwickeln energiesparende Lösungen für eine emissionsarme Luftfahrt", sagt Investor Udo Berthold (59). Er leitet die Firma MITEB, die in Großweitzschen beheimatet ist. Sein Plan sieht vor, in Kamenz elektrische Motorsegler in Serie zu produzieren.
Zudem will er den neuen Hangar (Kosten: 3 Millionen Euro) nutzen, um seine Arbeit zur Entwicklung und Erprobung von unbemannten Luftschiffen fortzusetzen.
Berthold: "Die Luftschiffe sollen Fernerkundungen - etwa von Stromtrassen, Bahnlinien oder Gasleitungen - einfacher, effizienter und kostengünstiger machen."
Erfolgreiche Testflüge hat seine Airship Drone (Fachjargon) bereits absolviert. Gegenwärtig tüftelt sein Team an der Verbesserung von Elektronik und Steuerung des Luftschiffs.
850.000 Euro Fördermittel von Sachsen
Der Flugplatz Kamenz bietet Bertholds Firma ideale Bedingungen, denn er besitzt die Zulassung als Testgebiet für autonome Flüge. Perspektivisch soll diese Testflugzone bis Görlitz ausgedehnt werden.
"Das erlaubt uns, hier auch unbemannte Flüge in die Ferne außerhalb der Sichtlinie zu erproben", freut sich Berthold. Er stöhnt: "Für das vollautomatische, autonome Fliegen muss man in Deutschland dicke Bretter bohren."
Sachsen kommt ihm dabei aber entgegen. Für den Hangar gab es 850.000 Euro Fördermittel von Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (64, CDU). Die Sächsische Aufbaubank gewährt dem Luftschiffprojekt bis Ende 2027 Technologieförderung. Die Stadt Kamenz (anteilig am Flughafen beteiligt) unterstützte tatkräftig die Ansiedlung.
OB Michael Preuß (45, parteilos) bekräftigt vor Ort: "Wir sind Fliegerstadt seit über 100 Jahren und stehen zur Entwicklung unseres Flugplatzes."