Enttäuschung in Sachsen nach Berliner Olympia-Rückzug: "Traum platzt ein weiteres Mal"

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Leipzig/Berlin - Nach dem Rückzug der Olympiabewerbung "Berlin+" ist nicht nur in Teilen der Hauptstadt die Stimmung getrübt. In Sachsen und vor allem in der Region Leipzig hatte man sich viel erhofft und setzt nun auf einen anderen Bewerber.

Markkleeberg ist Teil des Konzepts "KölnRheinRuhr" und steht auch für Spiele in München zur Verfügung, wie Oberbürgermeister Karsten Schütze (59, SPD) bestätigte. (Archivfoto)
Markkleeberg ist Teil des Konzepts "KölnRheinRuhr" und steht auch für Spiele in München zur Verfügung, wie Oberbürgermeister Karsten Schütze (59, SPD) bestätigte. (Archivfoto)  © Jan Woitas/dpa

"Das ist bitter, eine riesige verpasste Chance für Berlin", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) am Rande eines Papstbesuchs in Rom.

In Leipzig wollte man seine Sportstätten für einige Ballsport- und Reit-Wettbewerbe zur Verfügung stellen. In Markkleeberg bietet der Kanupark beste Bedingungen für die Kanu- und Kajak-Wettbewerbe.

"Den Rückzug von Berlin bedauern wir sehr. Damit platzt für Leipzig ein weiteres Mal der Traum von Olympischen Spielen", erklärte Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (59, SPD) am Donnerstag auf TAG24-Anfrage.

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Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) drückte ebenfalls seine Enttäuschung aus, verteidigte aber den Rückzug: "Ich finde die Entscheidung der Berliner richtig. Man muss irgendwann dann einsehen, man hat die Punkte nicht erreicht. Es ist nach dieser Wahl ungeheuer schwierig, nahezu unmöglich mit Rückenwind aus der Politik zu agieren", sagte er am Donnerstag.

Jung und Schütze drücken nun der Bewerbung "KölnRheinRuhr" die Daumen und auch Kretschmer spricht sich dafür aus. So würde Olympia vielleicht trotzdem nach Sachsen kommen, denn der Kanupark Markkleeberg ist auch Teil des Konzepts aus NRW. Die Anlage gehört zu den modernsten Wildwasserstrecken in ganz Europa.

Karsten Schütze streckte deswegen auch seine Hand in Richtung München aus. "Der Investitionsaufwand in Markkleeberg ist überschaubarer als in Augsburg. Dort besteht erheblicher Investitionsbedarf, um die Anlage olympiatauglich zu machen", sagte er.

Der Kanupark Markkleeberg gehört zu den modernsten Strecken in Europa und richtet schon jetzt Weltcup-Rennen aus.
Der Kanupark Markkleeberg gehört zu den modernsten Strecken in Europa und richtet schon jetzt Weltcup-Rennen aus.  © Hendrik Schmidt/dpa
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Public Viewing in Leipzig abgesagt

Burkhard Jung (68, SPD) verteidigte den Rückzug Berlins. In Leipzig will er unabhängig von Olympia weitermachen, wie geplant.
Burkhard Jung (68, SPD) verteidigte den Rückzug Berlins. In Leipzig will er unabhängig von Olympia weitermachen, wie geplant.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Am Samstag wird final entschieden, mit welcher der beiden Bewerbungen Deutschland ins Rennen gehen wird. Das ab 13.30 Uhr geplante Public Viewing auf dem Leipziger Markt wurde abgesagt.

Direkte Auswirkungen auf die Investitionen in Leipzig und Markkleeberg hat der Rückzug aber erst mal nicht. In der großen Kreisstadt führt man laut Schütze weiterhin alle Veranstaltungen planmäßig durch und hofft, dass man bald eine Weltmeisterschaft ausrichten darf.

In Leipzig sollen die Pläne zum Ausbau der Sportstätten ebenfalls weitergehen. Erst vor gut einer Woche wurde ein Fördermittelbescheid über 60 Millionen Euro unterschrieben. Jung gab am Donnerstag zu, dass man sich durch die Olympia-Bewerbung Gelder erhofft hatte und es nun schwieriger werden wird, die erforderlichen Beträge von rund 260 Millionen Euro zusammenzukratzen.

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Solange er noch Oberbürgermeister ist, will er die Investitionen in den Spitzen- und Breitensport weiter voranbringen. "Unabhängig von Olympia, es geht um Kinder, es geht um Jugendliche, es geht um Freizeitsport und die Entwicklung der Stadt", so der 68-Jährige.

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa; Hendrik Schmidt/dpa; TAG24/Jan-Gerrit Vahl

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