Ermittlungen gegen Platzwarte eines Fußballvereins: Teenager durch Maulwurf-Sprengfalle verletzt
Pulsnitz (Sachsen) - Ärger bei der SG Großnaundorf: Vergangenen Mittwoch rückte die Polizei bei dem Fußballverein in der Nähe von Pulsnitz an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Vereinsmitglieder (64, 52) wegen einer Explosion vor einem Jahr, bei der ein Teenager verletzt wurde. Offenbar war die Bekämpfung von Maulwürfen schiefgegangen.
Für Gärtner und Fans eines gepflegten Rasens sind die streng geschützten Tiere ein Albtraum: Die Erdhäufchen zerstören mit konstanter Regelmäßigkeit die glatte Fläche.
Da greift so mancher Wüterich zu illegalen Mitteln. So wohl auch in Großnaundorf. "Der Vorfall war im letzten Jahr im Oktober", bestätigt Uwe Kästner (51), Abteilungsleiter Fußball.
"Unweit unseres Sportplatzes gibt es eine Wiese. Die steht zur freien Benutzung. Unbekannte haben dort so ein Druckding angebracht, was bei Berührung losgeht. Der Junge hat dort wohl einen Deckel angehoben und sich dabei eine leichte Verbrennung zugezogen."
Gemeint ist eine Sprengfalle. "Als der Junge eine zur Abdeckung dienende Platte, vermutlich aus Holz, anhob, explodierte das Sprengmittel", bestätigt Aileen Reimann (37) von der Görlitzer Staatsanwaltschaft.
"Er erlitt leichtere Verbrennungen an der rechten Hand. Schlimmeres konnte durch den Umstand verhindert werden, dass er Handschuhe trug."
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Von wem wurden die Fallen aufgestellt?
Bei der Razzia fanden die Ermittler illegale Pyrotechnik, die allerdings nichts mit den Sprengfallen zu tun hat.
Im Verein selbst glaubt man nicht, dass die Fallen von Mitgliedern aufgestellt wurden: "Die beiden kümmern sich um die Wiese, mähen ab und zu mal den Rasen", sagt Abteilungsleiter Kästner.
"Deshalb sind sie in Verdacht geraten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die Fallen dort aufgebaut haben. Es ist ärgerlich, was da passiert ist, aber erfreulich, dass niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist."
Die Ermittlungen wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung dauern an.
Titelfoto: Montage: PR, Norbert Neumann

