Aue-Bad Schlema - Jetzt zieht Hans-Jürgen Fischer (71) die Konsequenzen aus seinem ungeheuerlichen Facebook-Kommentar "Der Reichstag könnte auch gern nochmal brennen". Nach 42 Jahren hat der bisherige Schatzmeister des CDU-Stadtverbandes Aue-Bad Schlema (Erzgebirgskreis) seinen Austritt aus der Partei erklärt.
Der politische Schlussstrich folgte auf ein persönliches Gespräch mit CDU-Stadtchef Matthias Stopp (45) und dem Chef der CDU-Stadtratsfraktion Thomas Colditz (69).
Fischer, der früher Stadtkämmerer von Aue war, habe seine Worte in dem Gespräch nochmals ausdrücklich bedauert, schreibt die Partei in einer Pressemitteilung. Die historische Tragweite seiner Formulierung sei ihm beim Schreiben nicht bewusst gewesen. Er habe weder zu Gewalt aufrufen noch Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung rechtfertigen wollen.
Stopp glaubt ihm das. "Ich nehme Hans Jürgen Fischer ab, dass er mit seinem Kommentar nicht zu Gewalt aufrufen wollte und dass er die gewählten Worte heute aufrichtig bedauert", erklärte der CDU-Vorsitzende.
Doch die Entschuldigung reichte nicht, um ohne Konsequenzen weiterzumachen: "Worte haben Wirkung – unabhängig davon, mit welcher Absicht sie geschrieben wurden."
Künftig will der Stadtverband noch stärker auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Sprache pochen. Politischer Protest müsse sich auf Petitionen, friedliche Demonstrationen und öffentliche Debatten beschränken. Zeitnah sollen Vorstandswahlen folgen.