Oberwiesenthal - Ein Neustart am Fichtelberg und die Modernisierung des Skigebietes, darauf wartet Oberwiesenthal (Erzgebirgskreis) schon lange. Den ersten Spatenstich gab es am Montag noch nicht - dafür die öffentlichkeitswirksame Übergabe eines Konzepts, das Oberwiesenthal wieder zum Miteigentümer des Skigebietes machen soll.
Seit dem Verkauf des Skigebietes vor rund einem Jahr an die Liftgesellschaft Oberwiesenthal (LGO) für 10,4 Millionen Euro, hat sich wenig Sichtbares getan. Die Hoffnung, dass die LGO mit der Finanzkraft des vogtländischen Software-Millionärs Rainer Gläß (67) im Rücken schnell investiert, erfüllte sich bisher nicht. Der Baustart für einen neuen 6er-Sessellift erfolgte bisher nur symbolisch.
Stattdessen lud LGO-Geschäftsführer Constantin Gläß (31) gestern zur Übergabe eines Angebotes an die Stadt Oberwiesenthal zur Gründung einer gemeinsamen Trägergesellschaft, die das Bauprojekt und die Entwicklung der Infrastruktur verantworten soll. Die Stadt würde laut Gläß dadurch wieder "in gewisser Weise Miteigentümer des Skigebietes".
Bürgermeister Jens Benedict (41, Bürgerbündnis EINZ) ließ sich beim Übergabetermin aus Termingründen entschuldigen.
Extra nach Oberwiesenthal gekommen, war Investor Rainer Gläß (67), der vor den eingeladenen Stadträten betonte: "Das ist ein Jahrhundertprojekt. Wir brauchen Strukturen, damit das in einem Mittelgebirge überhaupt funktioniert. Das geht nicht ohne Risiken."
Stadträte sollen schon am Dienstag beraten
Inhalt des Konzeptes sind laut Gläß Fördermittelgutachten und Gutachten zur Rückforderungshaftung. Welche Rolle und Risiken mit dem Angebot konkret auf Oberwiesenthal zukommen, darüber wollte die Investorenfamilie nicht sprechen.
Geht es nach der LGO, sollen die Stadträte bereits in ihrer Sitzung am Dienstag nichtöffentlich über die Beteiligung der Stadt beraten.
Die Zeit drängt. "Zieldatum ist der 1. September 2027, an dem die Hauptbaumaßnahme an der Himmelsleiter losgehen soll", so Constantin Gläß. Der Skibetrieb am neuen Lift soll 2028 starten.
Als das Skigebiet verkauft wurde, war von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede, den ein moderner 6er-Sessellift, neue Beschneiungsanlagen und ein Speichersee kosten wird.