Sächsisches Motorrad in Budapest geborgen: "Speziell für den Einsatz im Krieg entwickelte Version"
Budapest/Zschopau - Das niedrige Wasser der Donau legte in Budapest ein Stück sächsische Fahrzeuggeschichte frei. Im Schlamm des Flussbettes lag fast 100 Jahre ein Motorrad aus Zschopau (Erzgebirge).
Der Hafenschlamm sei laut des gemeinnützigen Vereins "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" an der Fundstelle mit Gasöl vermischt, was dazu geführt habe, dass die DKW NZ 350-1 gut konserviert wurde. Das Motorrad wurde geborgen.
Aktuell arbeiten Mitarbeiter des "Instituts und das Museum für Militärgeschichte" es auf. Danach soll es dort ausgestellt werden.
Das DKW-Modell NZ 350 wurde von 1938 bis 1943 im DKW-Stammwerk Zschopau gebaut. Es galt damals als besonders robust und zuverlässig.
"Darum gab es ab 1944 eine speziell für den Einsatz im Krieg entwickelte Version: NZ 350-1", so der "Volksbund".
"Das Besondere war das Motorgehäuse, das aus Grauguss bestand. Aluminium wurde für den Flugzeugbau gebraucht", erklärt Frieder Bach (80, Gründer Fahrzeugmuseum Chemnitz). Eine NZ 350-1 mit Seitenwagen steht auch im Chemnitzer Museum.
Neben der DKW gab die Donau Ehrenabzeichen, einen Benzinkanister, Tellerminen und die Überreste von zwei Soldaten frei. Der "Volksbund" arbeitet daran, die Toten zu identifizieren. Sie sollen in der Kriegsgräberstätte Budaörs bestattet werden.
Titelfoto: Volksbund/István Hajdú (2)
