Training für den Ernstfall in luftiger Höhe: Helikopter testet neue Rettungswinde
Breitenbrunn – Hier wird geübt, damit es im Ernstfall klappt: Die ADAC-Luftrettung trainiert in dieser Woche den Helikopter-Einsatz mit Winde. Denn ab 1. Januar ist der Zwickauer Rettungs-Helikopter "Christoph 46" auch mit Rettungswinde unterwegs.
Die Vorrichtung an der Seite des Helikopters hilft, Personen in schwer zugänglichem Gelände - wie im Erzgebirge, Vogtland oder in der Sächsischen Schweiz - zu erreichen. Bisher musste für solche Rettungsaktionen ein Helikopter aus Bautzen anfliegen.
Luftrettung und Bergwacht trainieren bis Freitag verschiedene Szenarien, bei denen die Winde zum Einsatz kommt.
Bei den Übungen an den Teufelssteinen bei Breitenbrunn stehen die Kommunikation zwischen Cockpit und medizinischer Crew, das Abarbeiten standardisierter Checklisten und die Durchführung von Notverfahren auf dem Programm.
Zudem werden Rettungen mit Bergesack und Rettungsdreieck trainiert. Sechs neue Luftretter schließen in dieser Woche auch ihre Ausbildung am Windenseil ab.
Teamwork und klare Aufgabenverteilung an Bord des Helikopters sind unerlässlich
Die Übung ist regelmäßig nötig, denn es braucht Teamwork und klare Aufgabenverteilung an Bord des Helikopters, erklärt Pilot Mario Hartmann (59).
Vier Einsatzkräfte nehmen an einer Rettung teil: Pilot, Notarzt und zwei Notfallsanitäter, von denen einer zusätzlich für die Winde qualifiziert ist.
"Der Windenbediener ist mein Auge", erklärt Hartmann. "Er gibt Höhe und Entfernung durch. Auf ihn muss ich mich blind verlassen." Die Einsätze seien "die hohe Klasse des Fliegens", denn: "Über einer Position erhöht zu stehen, ist schwierig."
Neu im kommenden Jahr sind zudem Nachtsichtgeräte an den Luftrettungsstationen Zwickau und Leipzig. Damit können die Einsatzkräfte in den Herbst- und Wintermonaten auch nach 19 Uhr fliegen.
Titelfoto: Sven Gleisberg (2)

