Dresden - Ob unzulässige Kameraüberwachung oder Datenpannen durch Cyberangriffe: Sachsens Datenschutzbeauftragte Juliane Hundert (49) verzeichnet seit Monaten eine Flut an Beschwerden. Und fordert deshalb mehr Personal.
Bis Ende September sind in Hunderts Dienststelle mehr als 1800 Eingaben zu vermuteten Verstößen gegen den Datenschutz eingegangen - ein Plus von 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit sei der bisherige Rekord vom 1614 Beschwerden im Gesamtjahr 2025 schon jetzt gebrochen, teilte Hundert am Sonntag mit.
Einen großen Anstieg gibt es demnach bei Beschwerden zu Videoüberwachung. Häufig geht es dabei um Kameras im gewerblichen Umfeld sowie im Wohn- und Nachbarschaftsbereich.
"Oftmals werden dabei unzulässigerweise öffentliche Gehwege, Mieter- oder Kundenbereiche erfasst", berichtet Hundert. Auch Streitereien zwischen Nachbarn würden oft per Videoüberwachung ausgetragen.
Datenpannen bei Unternehmen und Institutionen nehmen den Angaben zufolge ebenfalls zu. Bis Ende Oktober seien mit 1400 solcher Meldungen so viele wie noch nie eingegangen, so die Datenschutzbeauftragte.
Hundert fordert zwei Stellen mehr
Ein Grund sind demnach mehr Cyberangriffe, bei denen personenbezogene Daten betroffen sind - etwa Gesundheits- und Finanzdaten.
Die Zunahme der Beschwerden führt Hundert auch auf die Ausbreitung von KI zurück. "Sie erleichtert es Bürgern, Beschwerdeschreiben zu formulieren und die jeweiligen Ansprechpartner zu finden."
Angesichts der Beschwerde-Flut appelliert die Datenschutzbeauftragte an den Landtag, ihr mehr Personal zur Verfügung zu stellen. Konkret fordert sie zwei Stellen zusätzlich zu den aktuell 41 Mitarbeitern in Ihrem Bereich.
"Andernfalls gehen das anhaltend hohe Beschwerdeaufkommen und die steigende Komplexität der Fragestellungen unweigerlich zulasten von anlasslosen Kontrollen, Aufklärung und der allgemeinen Präventionsarbeit", so Hundert.