"Katastrophal für die Praxen": Sachsens Ärzte warnen vor Überlastung durch Reformpläne der Regierung

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Von Sebastian Münster

Dresden - Die Koalitionspläne zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung beschreibt der Vorsitzende des sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Torben Ostendorf, als "katastrophal für die Praxen".

Die gesetzliche Regelung wird es in Zukunft so vorsehen, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag vonnöten ist.
Die gesetzliche Regelung wird es in Zukunft so vorsehen, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag vonnöten ist.  © Sina Schuldt/dpa

Der Mediziner fürchtet eine massive Mehrbelastung, weil jede Krankschreibung dann als persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt in der Praxis stattfinden müsse.

"Und oftmals sind das ja Menschen, die infektiöse Erkrankungen haben, die in einer Erkältungswelle unterwegs sind, die Magen-Darm-Infekte haben oder Ähnliches."

Hinzu komme, dass Menschen, die in unterversorgten oder schlecht versorgten Regionen Sachsens leben, mitunter weite Wege in Kauf nehmen müssten, um dann überhaupt eine Krankschreibung zu bekommen.

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"Da muss im Vogtland vielleicht einer 35 Kilometer in die Hausarztpraxis fahren, um sich einen Zettel abzuholen", so Ostendorf. Zwar sei die Übermittlung einer Krankschreibung an die Kassen mittlerweile digital möglich.

Persönliche Vorstellung in der Praxis weiterhin vorgesehen

Markus Söder (59, CSU, l-r), Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Bärbel Bas (58, SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Monatelang haben die Koalitionspartner an einem großen Reformpaket gearbeitet.
Markus Söder (59, CSU, l-r), Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Bärbel Bas (58, SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Monatelang haben die Koalitionspartner an einem großen Reformpaket gearbeitet.  © Michael Kappeler/dpa

Dennoch brauche es den Koalitionsplänen nach die persönliche Vorstellung in der Praxis. Das sei auch nicht mehr zeitgemäß, da in Zeiten des Klimawandels auch die Vermeidung unnötiger Emissionen eine Rolle spiele. 

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen gelten in Sachsen die Region Torgau, Riesa und Werdau als unterversorgt.

Praktisch der gesamte Osten, Süden, Südwesten und Teile der Kreise Mittelsachsen, Nordsachsen und Meißen gelten als Planungsbereiche mit drohender Unterversorgung.

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Unklar ist laut Hausärzteverbandschef Ostendorf aktuell noch, inwieweit Videosprechstunden und Telemedizin die telefonische Krankschreibung künftig ersetzen könnten.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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