Ministerin zur Weinlese an Meißner Katzenstufen: Winzer fordern Hilfe
Meißen - Auf einen Katzensprung bei den Winzern an den Meißner Katzenstufen: Tourismus-Ministerin Barbara Klepsch (61, CDU) las am Donnerstag die ersten Müller-Thurgau-Trauben in der drei Hektar großen Lage, die von rund 25 Klein- und Hobbywinzern bewirtschaftet wird. Der Wein wird in der Winzergenossenschaft (800 Mitglieder, 120 Hektar Rebfläche) ausgebaut.
Zwischen den Rebstöcken von Andrea Garzke (67) und Olaf Jahn (59) schnitt die Ministerin fachmännisch die Trauben aus. "Ich habe eine Weinpatenschaft im Radebeuler Weingut Haus Steinbach. Da bekomme ich regelmäßig Einladungen zur Weinlese. Auch privat habe ich mit einem Weinberg geliebäugelt - muss mir aber eingestehen, dass ich dafür keine Zeit habe", bedauert die Ministerin.
Andere Sorgen kämen hinzu. "Wir brauchen mehr Unterstützung beim Erhalt der Trockenmauern in den Steillagen. Auch, weil gerade diese Lagen unsere Landschaft prägen und ein touristischer Anziehungspunkt sind", fordert Lutz Krüger (63), Geschäftsführer der Genossenschaft. Die Kosten von 1400 Euro pro Quadratmeter Trockenmauer sind von den meisten Winzern nicht zu stemmen.
"Das Betreiben einer Besenwirtschaft muss erleichtert und von Bürokratie befreit werden, besonders bei den Öffnungszeiten", wünscht sich Andrea Garzke aus eigener Erfahrung. Seit 2024 betreibt sie eine Besenwirtschaft mit 40 Plätzen an den Katzenstufen.
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Weintouristen sorgen in Sachsen für Millionen Übernachtungen
Klepsch, die um das enthusiastische Engagement in den Steillagen weiß, will sich dafür starkmachen. "Wir haben in diesem Jahr im Tourismus besonderes Augenmerk auf den Genuss gelegt. Denn Kulinarik macht Sachsen erlebbar." Genuss spielt bei der Wahl eines Urlaubszieles eine immer größere Rolle.
Allein in der Weinregion Sachsen sorgen Weintouristen jährlich für rund 3,1 Millionen Übernachtungs- und Tagesbesuche und geben dabei 300 Millionen Euro aus.
Titelfoto: Petra Hornig