Müller setzt Rotstift an: 320 Stellen in Sachsen und Sachsen-Anhalt betroffen

Von Daniel Josling

Rogätz/Leppersdorf - Die Unternehmensgruppe Theo Müller will zwei Produktionsstandorte in Sachsen-Anhalt und Sachsen schließen. Betroffen sind das Homann-Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde mit rund 160 Beschäftigten sowie die Schnittkäserei von Sachsenmilch in Leppersdorf im Landkreis Bautzen, wo ebenfalls 160 Menschen arbeiten. Die Produktion in Rogätz soll bis Ende September 2027 eingestellt werden.

Auch das Müller-Werk in Leppersdorf nahe der A4 ist betroffen.  © xcitepress/Christian Essler

Die Schnittkäserei soll einschließlich der zugehörigen Produktions-, Verpackungs- und Verwaltungsbereiche zum 31. Dezember geschlossen werden. Darüber hatte zunächst die "Leipziger Volkszeitung" berichtet.

Ein Sprecher der Unternehmensgruppe bestätigte die Pläne auf Anfrage. Sachsenmilch gehört zur Unternehmensgruppe Theo Müller.

Die Sauermilchkäserei und der Bereich Mozzarella am Standort in der Gemeinde Wachau nahe der A4 seien nicht betroffen.

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Der Bereich könne trotz intensiver Anstrengungen und der Prüfung aller Handlungsoptionen wegen interner und externer Rahmenbedingungen dauerhaft nicht wirtschaftlich betrieben werden, teilte der Sprecher mit.

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Nachfrage nach Saucen im Glas geht zurück

Milchunternehmer Theo Müller (86) baute sich ein Firmenimperium auf, lässt jetzt aber zwei Produktionsstandorte im Osten schließen. (Archivfoto)  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Gemeinsam mit dem Betriebsrat arbeite das Unternehmen an sozialverträglichen Lösungen.

Dabei gehe es unter anderem um Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens, einvernehmliche Vertragsanpassungen sowie Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Auch für das Saucenwerk in Rogätz sehe die Unternehmensgruppe keine nachhaltig wirtschaftliche Perspektive. Der Standort war 2008 von Homann Feinkost übernommen worden. Das Unternehmen gehört seit 2011 zur Unternehmensgruppe Theo Müller. Die rund 160 Beschäftigten seien über die Pläne informiert worden.

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Trotz umfangreicher Anstrengungen sei es nicht gelungen, eine Kostenstruktur zu erreichen, die eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Kalkulation der dort hergestellten Produkte ermögliche, teilte das Unternehmen mit. Zudem bestehe erheblicher Investitionsbedarf.

Die Nachfrage nach Saucen im Glas gehe zurück, weil Verbraucher zunehmend andere Verpackungsformate bevorzugten. Die dadurch sinkende Auslastung verschärfe die Kostenprobleme des Standorts zusätzlich. Mit dem Betriebsrat will das Unternehmen über sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Beschäftigten sprechen.

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