Von Sören Müller
Grimma - Mit der geplanten Sprengung eines Teilabschnitts der Muldebrücke an der A14 geht eines der größten Infrastrukturprojekte der Region in die nächste Phase.
Wie die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) mitteilt, soll der westliche Brückenabschnitt am 15. November kontrolliert gesprengt werden. Die Maßnahme ist Teil des Ersatzneubaus der Muldebrücke zwischen Grimma und Trebsen.
Bereits seit Anfang September laufen die vorbereitenden Arbeiten. Asphalt, Geländer und Fahrbahnplatten wurden zurückgebaut, der Überbau über der Mulde getrennt und ausgehoben. Parallel dazu erfolgen die Vorbereitungen für die Sprengung, darunter Fallpolster und die Schwächung der alten Pfeiler.
Nach Angaben der DEGES wird der rund 223 Meter lange Brückenabschnitt kontrolliert zum Einsturz gebracht. Das Bauwerk soll dabei rund 25 Meter senkrecht nach unten auf ein eigens aufgeschüttetes Fallbett aus Mineralgemisch fallen.
Dieses schützt zugleich die darunter verlaufende Gemeindeverbindungsstraße zwischen Bahren und Trebsen.
300-Meter-Sicherheitsbereich eingerichtet - kein öffentlicher Beobachtungspunkt
Während der Sprengung gilt ein Sicherheitsradius von 300 Metern rund um die Brücke. Innerhalb dieses Bereichs dürfen sich keine Personen aufhalten. Auch Drohnenflüge sowie die Befahrung der Mulde sind in diesem Zeitraum untersagt.
Für Anwohner innerhalb des Sperrbereichs bedeutet dies, dass sie ihre Häuser während der Sprengung vorübergehend verlassen müssen. Derzeit stimmen sich die Städte Grimma und Trebsen mit den Verantwortlichen über mögliche Aufenthaltsräume ab.
Einen öffentlichen Aussichtspunkt wird es nicht geben. Nach Angaben der DEGES lässt die örtliche Situation keine sichere Beobachtung außerhalb des Sperrkreises zu. Stattdessen soll am Sprengtag ein Livestream angeboten werden.
Für die Sprengung muss die A14 aus Sicherheitsgründen voraussichtlich für etwa drei Stunden vollständig gesperrt werden. Die Sperrung beginnt bereits etwa eine Stunde vor der Sprengung. Der Verkehr wird über das nachgeordnete Straßennetz umgeleitet.
Nach dem Einsturz überprüfen Ingenieure die Autobahnbrücke auf mögliche Schäden. Erst wenn die Sicherheit bestätigt ist, wird die Strecke wieder freigegeben. Neben der Autobahn werden auch die Gemeindeverbindungsstraße Bahren–Trebsen sowie die Staatsstraße 11 zwischen dem Abzweig Golzern und Schmorditz voll gesperrt.
Stahl und Beton werden recycelt
Grundsätzlich kann die Sprengung weitgehend unabhängig von den Wetterbedingungen durchgeführt werden. Lediglich bei aufziehenden Gewittern, Starkregen oder drohendem Hochwasser müsste der Termin verschoben oder angepasst werden.
Das beim Rückbau anfallende Material soll weitgehend wiederverwertet werden. Der Stahl wird dem Schrottrecycling zugeführt. Der Beton wird gebrochen und zu Recyclingmaterial aufbereitet, das bei künftigen Bauprojekten erneut eingesetzt werden kann.
Nach der Sprengung gehen die Arbeiten unmittelbar weiter. Die alte Gründung wird bis März 2027 zurückgebaut, die verbleibenden Bauwerksteile sollen bis April 2027 konventionell abgebrochen werden. Bereits ab Februar 2027 beginnt parallel der Bau der neuen Pfeiler und Widerlager.
Auf der Leipziger Seite entsteht zudem eine Montagehalle für den Stahlbau. Dort werden die vorgefertigten Stahlteile des neuen Überbaus zusammengesetzt und mit Korrosionsschutz versehen. Nach aktuellem Zeitplan soll der erste Verschub des neuen Stahlüberbaus auf die Pfeiler im Sommer 2027 erfolgen. Ziel der Sprengung ist es laut DEGES, den Neubau zu beschleunigen und wichtige Arbeiten früher beginnen zu können.