Von Michael Heitmann
Most (Tschechien) - Ein mutmaßlicher Wilderer soll im tschechischen Teil des Erzgebirges zwei Wölfe erlegt haben.
Wie die Polizei mitteilte, wurden strafrechtliche Ermittlungen gegen den 44-Jährigen wegen des Vorwurfs der Wilderei und des unbefugten Umgangs mit geschützten Tierarten eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohten ihm bis zu drei Jahre Haft. jz x
Die Beamten kamen dem Verdächtigen demnach auf die Spur, weil er einen Fehler beging. Er soll anderen gegenüber mit dem illegalen Jagderfolg geprahlt haben.
"Zwei Wölfe erschießen und sich dann noch damit brüsten? Das ist wirklich keine Heldentat", sagte ein Polizeisprecher. Bei einer Hausdurchsuchung seien mehrere legale Schusswaffen und Munition beschlagnahmt worden.
Die Überreste der beiden Wölfe, eines Weibchens und eines Männchens, wurden im Wildgehege Flaje bei Most gefunden. Es liegt südlich der gleichnamigen Talsperre, rund zehn Kilometer nordöstlich von Seiffen (Erzgebirgskreis). Die Tiere wurden den Untersuchungen zufolge bereits Anfang des Jahres zwischen Januar und April erschossen.
Im Juni 2025 wurde der Schutzstatus des Wolfs in der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgesenkt.
Tierschützer kritisierten die Änderung, Bauernverbände begrüßten sie indes. Die Zahl der in Tschechien lebenden Wölfe wird auf 350 bis 400 geschätzt.