Rekord-Traditionsfirma aus dem Erzgebirge ist pleite

Oederan - Die Firma "Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz" ist seit Jahrzehnten eine Institution in Sachsen - unter anderem gehen zwei Weltrekorde auf ihr Konto. Jetzt hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Firmenchef Gundolf Berger (71) sieht eine Vielzahl von Gründen.

Firmenchef Gundolf Berger (71) musste Insolvenz anmelden.  © Kristin Schmidt

Die Kunsthandwerker im gleichnamigen Ortsteil von Oederan (Mittelsachsen) haben ihre Ursprünge im Jahr 1897. Seitdem stellt die Firma Holzfiguren her, die international beliebt sind. Dazu gesellen sich mit der höchsten Weihnachtspyramide der Welt vom Dresdner Striezelmarkt (Höhe: 14,60 Meter) und dem größten Nussknacker vorm Firmensitz (über 7 Meter) zwei Weltrekorde.

Jetzt ist das Traditionsunternehmen in Gefahr: Die beiden Geschäftsführer Gundolf Berger und Jochen Schumann haben Ende Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Damit ist die Zukunft der 21 Mitarbeiter ungewiss. "Schon letztes Jahr haben wir rote Zahlen geschrieben, weil über das Jahr so gut wie nichts gegangen ist", erzählt Gundolf Berger.

Das Weihnachtsgeschäft war gut, aber zwischen Ostern und Oktober 2025 sei der Umsatz massiv eingebrochen. Ein Grund sei der Zoll-Konflikt mit den USA.

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Hinzu kam, dass das Ostergeschäft in diesem Jahr ebenfalls zu wünschen übrig ließ: Aufgrund der hohen Spritpreise sei niemand mehr in den Urlaub ins Erzgebirge gefahren, mutmaßt Berger. Somit schwächelte auch das Geschäft mit Holz-Osterhasen.

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Ob auch zukünftig Räucherfiguren gefertigt werden, ist ungewiss.  © Kristin Schmidt
Die Pyramide auf dem Dresdner Striezelmarkt ist 14,60 Meter hoch - Weltrekord.  © imago/jmfoto

Frederic Günther (40): "Es wird immer teurer, in Deutschland überhaupt noch zu produzieren"

Laut Verbands-Chef Frederic Günther (40) wird es immer teurer, in Deutschland zu produzieren.  © Petra Hornig

Der Geschäftsführer des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, Frederic Günther (40), sieht ein bundesweites Problem: "Es wird immer teurer, in Deutschland überhaupt noch zu produzieren."

Von den 50 Firmen, die dem Verband angehören, ist Gahlenz die erste Firma, die Insolvenz anmelden musste.

Firmenchef Berger bemängelt zudem die fehlende Kauflaune: "Das steht und fällt mit der allgemeinen Zufriedenheit. Und die ist nun nicht mehr da."

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Ein Hoffnungsschimmer: Im September wollen die "Männelmacher" auf der Messe Cadeaux Leipzig ausstellen. Jedoch: "Das wird davon abhängig sein, ob wir in der Lage sind, in den toten Sommermonaten so viel Geld einzunehmen, dass wir das bezahlen können."

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