Sachsen braucht mehr Männer-Schutzwohnungen
Dresden - Sachsen ist Vorreiter beim Gewaltschutz für Männer. Aber die Schutzwohnungen reichen nicht aus. Die Staatsregierung will nun darauf reagieren.
Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen: Vier Männerschutzwohnungen mit insgesamt 14 Plätzen gibt es im Freistaat bereits, einige seit fast zehn Jahren.
Weitere sechs oder allgemeiner einer pro 200.000 Einwohner wären nötig, um den Bedarf zu decken, sagt Jana Peters von der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM).
Gewalt gegen Männer ist vielfältig. Sie passiert in der Partnerschaft, der Familie, in der Nachbarschaft, im Freundeskreis. "Nicht immer ist das physische Gewalt", sagt Mirko Luckau vom Verein Männernetzwerk Dresden. Psychischer Druck, gegenseitige Verletzungen (fast) - alles ist denkbar.
Die Belegungszahlen der Schutzwohnungen in Sachsen sind innerhalb der letzten vier Jahre um knapp das Doppelte gestiegen. Die Anzahl der Plätze, die zu rund 75 Prozent ausgelastet sind, ist die gleiche geblieben.
Das soll sich ändern. "Wir werden 19,1 Millionen Euro für 2027 zur Verfügung stellen", so Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD). 2028 sollen es sogar 20,4 Millionen Euro sein. Zudem wird das Gewalthilfegesetz mit Blick auf Männer angepasst. Eine Entscheidung dazu soll am Mittwoch im Landtag fallen.
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