Sachsens Waschsalons erleben auch heute noch Boom: Was ist wichtig, wo gibt's Probleme?
Von Katrin Mädler
Leipzig - Studenten und Monteure, Großmütter mit Bettwäsche, Friseure mit Handtüchern, Hausmeister mit Arbeitskleidung: In den Leipziger Waschsalons von Marcus Kober treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander. Eines haben sie gemeinsam: Sie wollen ihre Wäsche schnell erledigen.
"Zeit ist der wichtigste Faktor", erläutert Kober. Das Bild vom Waschsalon als Ort, an dem man lange sitzt und einen Kaffee trinkt, sei veraltet. "Gefragt sind schnelle Maschinen und eine unkomplizierte Bedienung."
Fünf Waschsalons betreibt Kober unter der Marke Snowball in Leipzig, eine Expansion nach Sachsen-Anhalt ist geplant. Ein einfacher Waschgang liege in seinen Salons bei rund fünf Euro. Die Nachfrage steige, erklärt er.
Doch warum auf eine eigene Waschmaschine verzichten und den Weg in den Salon auf sich nehmen? Gründe seien unter anderem wenig Platz in der Wohnung, die Kosten für die Anschaffung einer eigenen Maschine und mehr Flexibilität bei Umzügen.
In Chemnitz erlebt Rosemarie Weidauer Beständigkeit: Ihre Kundschaft sei über die Jahre erstaunlich treu geblieben, berichtet sie. Seit 1991 gibt es ihr Wasch-Center, umgeben von großen Wohnblöcken mitten in der Stadt, mit 21 Waschmaschinen und acht Trocknern.
Stammkunden kämen, dazu Laufkundschaft bei Kulturevents oder nahegelegenen Motorradtreffen. "Großveranstaltungen machen sich deutlich bemerkbar", erzählt Weidauer.
Einen festen Waschtag in der Woche hat Peter Krauß. Seine Wohnung liegt wenige Minuten Fußweg vom Chemnitzer Wasch-Center entfernt. Er schätze die Kontakte zu anderen Nutzern, sagt er. "Wir reden über alles Mögliche."
Waschsalons gehen bei Technik mit der Zeit
Im Bautzener Waschsalon von Mark-Archie Lehmann erwartet die Kundschaft inzwischen neueste Technik und individuelle Waschangebote, erläutert der Betreiber. Früher seien vor allem Monteure und Singles gekommen, inzwischen nutzten zunehmend Familien die großen Maschinen.
Teppiche, Auflagen von Sonnenliegen sowie Tierdecken gehörten zum Alltag. Dafür stehen Maschinen mit größerem Fassungsvermögen bereit, darunter eine spezielle Maschine für Pferdedecken und Hundesachen.
Auch die Ausstattung habe sich weiterentwickelt. Kunden könnten bargeldlos bezahlen, Programme per Touchscreen wählen und Wasch-, Hygiene- oder Imprägniermittel dazubuchen. Eine normale Wäsche inklusive Waschmittel kostet rund sechs Euro.
Die Preise seien der Hauptgrund, warum Waschsalons funktionieren: "Wir haben dieselbe Technik wie eine Textilreinigung oder Wäscherei, aber wir sparen die Personalkosten."
Für die Betreiber bleibt das Geschäft eine Herausforderung, erklärt Marcus Kober. Dazu verweist er auf hohe Kosten für Strom und Gas. Und die Kunden schauen aufs Geld. Weniger von ihnen nutzten Trockner und nähmen stattdessen ihre Wäsche nass wieder mit.
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Großes Problem: Sachsens Waschsalons dürfen sonntags nicht öffnen
Auch die Öffnung an Sonn- und Feiertagen sei für Betreiber schwer zu handhaben, sagt Kober. "Mir wurden hohe Strafen angedroht, wenn ich meine Salons sonntags öffne, in anderen Bundesländern ist das erlaubt. Besonders Pendler und Monteure bräuchten den Sonntag."
Die Probleme mit den Öffnungsregeln der Waschsalons seien bekannt, erklärt das Wirtschaftsministerium in Dresden auf Nachfrage. Minister Dirk Panter (52, SPD) hätten mehrere Zuschriften von Betreibern erreicht.
Er wolle sich für eine Änderung und eine "pragmatische Lösung" einsetzen. "Die ungleich geregelten Öffnungszeiten von Waschsalons und Autowaschstraßen sind nicht mehr lebensnah", zitiert ihn das Ministerium.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa

