Immer mehr Unfälle in Sächsischer Schweiz, Bergwacht in Sorge: "Wanderer sind unvorbereiteter als früher"

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Rathen - Seit 2019 hat sich die Zahl der Wanderunfälle in der Sächsischen Schweiz fast verdoppelt. Während noch vor sieben Jahren 53 Fälle im Jahr gemeldet wurden, waren es 2025 schon fast 100! Doch woran liegt das?

Anne Lochschmidt von der Bergwacht Sachsen beobachtet seit einiger Zeit eine Veränderung bei Wanderern.
Anne Lochschmidt von der Bergwacht Sachsen beobachtet seit einiger Zeit eine Veränderung bei Wanderern.  © MDR Fernsehen

"Manchmal sind die Leute übermüdet, manchmal sind sie nicht gut ausgerüstet, oder sie sind einfach unachtsam. Einiges ist vermeidbar, aber es kann jeder mal ausrutschen und sich den Fuß brechen […]", erklärt Sven Fröhlich von der Bergwacht Sachsen in der MDR-Reportage "Unfälle am Berg - Unterschätzen wir die Gefahr?".

Doch es gibt einen anderen Trend, der Rettern zunehmend Sorgen bereitet.

Anne Lochschmidt beobachtet seit einigen Jahren eine Veränderung bei Wanderern. "Die Leute, die hier wandern gehen, sind häufig unvorbereiteter, als es früher war." Damals hätten Naturliebhaber noch einen Blick in die Karte geworfen, statt blind Wander-Apps zu vertrauen.

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"Und dann stehen sie hier und wissen, dass sie nach ihren Onlinekarten laufen wollen. Dann staunt man immer, dass das Gebirge doch ein Gebirge ist und nicht nur Naherholungsspielplatz", ergänzt die Ehrenamtlerin.

MDR-Reporterin Julia Schönfeld mimt das Opfer, die Retter der Bergwacht zeigen ihr den Ablauf einer Rettungsmaßnahme.
MDR-Reporterin Julia Schönfeld mimt das Opfer, die Retter der Bergwacht zeigen ihr den Ablauf einer Rettungsmaßnahme.  © MDR Fernsehen

Sächsin erzählt von Kletterunfall am Rauschenstein

Stefanie verunglückte am Rauschenstein bei Schmilka. (Archivfoto)
Stefanie verunglückte am Rauschenstein bei Schmilka. (Archivfoto)  © Mike Jäger

Während Wandern nicht per se lebensgefährlich ist, birgt Klettern deutlich höhere Risiken, schwer zu verunglücken. Stefanie (46) war am 6. Juli 2025 mit ihrem Partner und mehreren Freunden am Rauschenstein (bei Schmilka) zum Klettern verabredet. Geplant war ein Picknick auf dem Gipfel.

Als Vorletzte kletterte sie die 60 Meter Felswand hoch, hatte die Hälfte schon geschafft. Weil die Outdoor-Fanatikerin aber die falsche Route nahm, rutschte sie in einer Felsrinne ab. "Dann hast du keine Kontrolle und rutschst nach unten und dann muss ich sagen, habe ich einen kleinen Blackout", so Stefanie.

40 Minuten später wurde sie von der Bergwacht gerettet. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass ihr Fußgelenk ausgekugelt ist. Mehrere Operationen folgten. Eine Zeit lang musste die Sächsin sogar im Rollstuhl sitzen.

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Der Unfall prägt Stefanie bis heute. Dennoch sagt sie: "Ich will klettern. Das ist mein Ziel, weil ich weiß, dass ich das brauche für den Kopf, um zu entspannen."

Die gesamte "exactly"-Reportage über Unfälle am Berg seht Ihr am Mittwoch, um 20.15 Uhr, im MDR oder schon jetzt in der Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: MDR Fernsehen, Mike Jäger

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