Shamonda-Virus in Sächsischer Schweiz nachgewiesen: Das müssen Rinderhalter jetzt wissen
Von Marie-Hélèn Frech
Pirna - Das Shamonda-Virus ist in einem Rinderbestand im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nachgewiesen worden. Das teilte das zuständige Landratsamt unter Berufung auf Ergebnisse der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen mit.
Ende August war der Erreger erstmals bei Rindern in Sachsen nachgewiesen worden. Damals ging es um Tierbestände im Erzgebirge und im Vogtland. Für Menschen geht keine Gefahr von dem Virus aus.
Zwei Varianten des Virus existieren: Eine befällt nur Rinder, die andere kann auch Schafe, Ziegen, Alpakas und Pferde treffen.
Welche Variante im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nun nachgewiesen wurde, sei nicht klar, so eine Sprecherin des Landratsamts.
Infizierte Milchkühe bekommen etwa Fieber und produzieren weniger Milch. Auch Durchfall und Atembeschwerden können die Tiere belasten. Zudem kann es bei infizierten Kühen zu Fehlgeburten und bei ungeborenen Kälbern zu Missbildungen kommen.
Shamonda-Virus wird durch Stechmücken übertragen
Die Symptome lassen sich in der Regel tierärztlich gut behandeln. Die Tiere genesen nach zwei bis drei Wochen. Eine Impfung existiert bisher nicht. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken (Gnitzen) und breitet sich schnell in den Beständen aus.
Halter der empfänglichen Tierarten werden vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge dringend darum gebeten, Schutzmaßnahmen gegen die Insekten zu ergreifen.
So sollten diese etwa engmaschige Netze, Insektenschutzmittel und Ventilatoren nutzen. Tiere, die infiziert sein könnten, sollten isoliert und von einem Tierarzt untersucht werden.
Titelfoto: Frank Hammerschmidt/dpa
