Sicherheits-Warnungen! Alarm im Internet sorgt auch in Sachsen für Ausfälle
Chemnitz - Die Abkürzung PHP dürfte bislang vor allem IT-Experten ein Begriff gewesen sein. Doch eine kritische Sicherheitslücke in der Programmiersprache sorgte seit Mittwoch weltweit für Alarm und war plötzlich in aller Munde. Auch in Südwestsachsen waren zahlreiche Internetseiten zeitweise nicht mehr erreichbar.
Ob Hochschulen, Behörden oder Kultureinrichtungen: Viele Betreiber schalteten ihre Websites vorsorglich ab. Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) kappte den externen Zugriff bereits am Mittwoch gegen 14 Uhr.
"Es handelt sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme", erklärt Sprecher Sascha Vogelsang (44). Ihre IT-Techniker arbeiten an Sicherheitsupdates.
Im Hochschulnetzwerk ist die Homepage weiterhin erreichbar. Auch die TU Chemnitz beschränkte vorsorglich den Zugriff auf wichtige IT-Dienste. Der Zugang war zunächst nur über das Campusnetz oder per VPN (verschlüsselte Verbindung) möglich.
Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASR) Chemnitz nahm seine Website gegen 17 Uhr vom Netz. Eine Sprecherin gab Entwarnung: Weder seien Daten abgeflossen noch sei das System angegriffen worden.
Die Seite soll wieder online gehen, sobald die Sicherheitslücke geschlossen wurde. In Annaberg-Buchholz war die Homepage nur kurzzeitig von einer Störung betroffen. "Hinweise auf einen Angriff auf unsere städtischen Systeme liegen uns derzeit nicht vor", erklärt Stadtsprecherin Annett Flämig (43).
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Was genau war das Problem? Die Programmiersprache PHP wird auf bis zu 80 Prozent der Websites weltweit genutzt. Ausgerechnet sie bot Hackern plötzlich ein Einfallstor. "Das ist jetzt natürlich eine sehr, sehr große Schwachstelle, gerade weil sie auch ältere Systeme betrifft", erklärt Informatikerin Susan Strebe (40) von "Digitales Chemnitz".
Angreifer könnten die Lücke nutzen, um Daten auszulesen, herunterzuladen oder zu verändern. Auch Onlineshops können betroffen sein.
Titelfoto: dpa/Bernd Weißbrod
