Sprit-Frust in Zwickau: Warum ist das Tanken dort teurer als in Chemnitz?
Zwickau/Chemnitz - Der Tankrabatt ist verpufft, die Preise schießen wieder nach oben. Benzin kostet bundesweit inzwischen sogar mehr als vor der Steuerentlastung, auch Diesel wird immer teurer. Doch Zwickauer Autofahrer trifft es besonders: Sie zahlen mehr als im nur rund 40 Kilometer entfernten Chemnitz.
Zwei Preis-Checks zeigen den Aufschlag. Vor einer Woche kostete Super E5 in Zwickau im Schnitt 2,26 Euro je Liter, in Chemnitz "nur" 2,14 Euro - zwölf Cent weniger. Beim Diesel waren es 2,21 statt 2,12 Euro.
Am Mittwoch schrumpfte der Abstand: Super E5 kostete in Zwickau 2,33 Euro, in Chemnitz 2,29 Euro, Diesel 2,28 statt 2,26 Euro.
Warum ist Zwickau teurer? Falk Forhoff (60) vom ADAC Sachsen sieht einen Grund im örtlichen Wettbewerb: "Preisunterschiede innerhalb einzelner regionaler Kraftstoffmärkte entstehen durch die Dichte des Tankstellennetzes." Wo viele Stationen konkurrierten, seien die Preise meist niedriger.
Chemnitz bietet schon zahlenmäßig mehr Auswahl: Das Portal tankpreise.de erfasst dort 35 Tankstellen, in Zwickau nur 15. Die Zahl allein beweist zwar noch keinen schwachen Wettbewerb, mehr Stationen und unterschiedliche Marken können aber den Preisdruck erhöhen.
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Unterschiedliche Einkaufs- und Transportkosten verursachen regionale Preisunterschiede
Auch JET verweist auf den Konkurrenzkampf vor Ort sowie auf "Rohölkosten beziehungsweise Einkaufskosten für Benzin und Diesel sowie die Transportkosten". Andere Konzerne wie ARAL oder Shell lassen sich dagegen nicht in die Karten schauen.
Das Bundeskartellamt bestätigt: Kraftstoff werde meist aus der nächstgelegenen Raffinerie oder dem nächsten Tanklager geliefert. Unterschiedliche Einkaufs- und Transportkosten könnten deshalb regionale Preisunterschiede verursachen.
Den Ärger der Autofahrer bekommen oft Menschen ab, die an den Preisen nichts ändern können. Gundula Seifert (64) und ihre Schwiegertochter Juliane Kurbjuhn (36) betreiben die Sprint-Tankstelle an der Zwickauer Straße in Chemnitz-Schönau. "Wir können gar nichts tun", sagen sie.
Die Preise würden von der Zentrale übermittelt und automatisch an Kasse, Zapfsäulen und Preistafel geändert. "Wir wissen es wahrscheinlich ein oder zwei Sekunden früher als die Kunden."
Auch ihre Vergütung steigt nicht mit dem Preis. "Unsere Provision ist konstant. Das hat nichts mit dem Preis an der Säule oder am Preismast zu tun." Branchenkenner sprechen von etwa einem bis zwei Cent Provision pro verkauftem Liter.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)

