Von Jennifer Schneider, Marko Förster
Neustadt in Sachsen - Am Mittwochnachmittag ließ ein Kältemittel-Austritt bei dem Wohnmobilhersteller Capron in Neustadt (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) die Sirenen zahlreicher Einsatzkräfte aufheulen. Über 20 Mitarbeiter waren von dem Vorfall betroffen. Gegen einen 44-jährigen Angestellten wurden Ermittlungen eingeleitet.
Wie die Polizeidirektion Dresden gegenüber TAG24 bestätigte, ereignete sich der Arbeitsunfall am gegen 16.30 Uhr in der Berghausstraße. Demnach trat die Chemikalie aus einem Kühlschrank aus, als dieser gerade mit einem Vakuumheber transportiert wurde.
Infolge der Reiz- und Ätzwirkung klagten einige Mitarbeiter über Beschwerden.
Etwa 23 Personen des Unternehmens waren von dem Kältemittel-Austritt betroffen - 20 von ihnen wurden mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Die anderen Betroffenen lehnten einen Transport ab.
Wegen fahrlässiger Körperverletzung hat die Polizei Ermittlungen gegen einen 44 Jahre alten Mitarbeiter eingeleitet, der für den Transport des Kühlschranks verantwortlich war.
Nachdem die Angestellten versorgt wurden, kümmerten sich die Einsatzkräfte um die Capron-Halle. Im Zuge dessen wurde die Luft in dem Gebäude mit einem Messgerät kontrolliert. Aufgrund der hohen Anzahl von Betroffenen wurde der sogenannte "MANV"-Alarm (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst.
Unterstützt wurde der Einsatz durch Einheiten des Katastrophenschutzes, unter anderem vom DRK und den Johannitern, sowie durch mehrere Rettungswagen und weitere Einsatzkräfte aus der Umgebung.
Erstmeldung: 23. September, 22.34 Uhr; zuletzt aktualisiert: 24. September, 8 Uhr.