Von der Elbe bis zum Mississippi: Heute beginnt das 34. Moritzburg Festival
Moritzburg - Wenn auf der Nordterrasse von Schloss Moritzburg musiziert wird, sind Architektur und Natur stets Teil des Konzerts. Die Töne schwingen über dem Wasser des Schlossteichs, das Geplapper der Wasservögel mischt sich ein. Es ist diese besondere Verbindung der verschiedenen Elemente, die den Reiz des Moritzburg Festivals ausmacht, das am Freitag, im 34. Jahrgang (bis 23. August), mit dem Eröffnungskonzert beginnt.
Nachdem das Konzertprogramm im Vorjahr eine musikalische Städtereise vorgenommen hatte, ist man diesmal unterwegs entlang großer Flüsse. In 20 Konzerten lassen 26 Musikerinnen und Musiker aus 19 Ländern Klanglandschaften entstehen, die von Newa über Moldau, Elbe, Donau und Seine bis zum Mississippi führen.
Die einzelnen Programme sind jeweils einem Fluss gewidmet. Beim Auftakt mit dem Motto "Elbe I" stehen Werke von Carl Maria von Weber, Clara Schumann und Johannes Brahms auf dem Programm.
Das Konzert an der Seine führt ausschließlich zu französischen Komponisten, während die Reise vom Hudson River zum Mississippi Musik von Philip Glass, Elvis Presley oder George Gershwin verknüpft. Unter dem Titel "Newa" erklingen Werke russischer Meister wie Dmitri Schostakowitsch, Peter Tschaikowski und Sergei Rachmaninow.
"Die Bündelung in Themen treibt bei uns Festivalmachern die Ideen an und hilft dem Publikum, ein Bild zu gewinnen", so Festivalleiter Jan Vogler (62) zu TAG24. Auch in diesem Jahr trifft man in Moritzburg bekannte Festivalgrößen und neue Gesichter. Zu den bekanntesten gehören der Bratschist Nils Mönkemeyer und die Pianistin Lise de la Salle.
Höhepunkt ist das Konzert am 22. August im Dresdner Kulturpalast
Parallel zum Hauptprogramm bietet die Moritzburg Festival Akademie jungen Talenten traditionell eine Bühne. 41 Musikerinnen und Musiker aus 19 Ländern erarbeiten gemeinsam das Programm des Moritzburg Festival Orchesters, das vom spanischen Chefdirigenten Josep Caballé Domenech geleitet wird.
Höhepunkt ist das Konzert am 22. August im Dresdner Kulturpalast: Gemeinsam mit dem Solo-Oboisten Albrecht Mayer (Berliner Philharmoniker) führen die jungen Künstler unter anderem Mozarts Konzert für Oboe und Orchester F-Dur KV 293 in einer besonderen Fassung auf: Das Werk war als Fragment des ersten Satzes überliefert und wurde von Gotthard Odermatt ergänzt.
Hauptspielort ist und bleibt die Nordterrasse des Schlosses mit in diesem Jahr etwa einem Dutzend Konzerten (die übrigen finden statt in der Moritzburger Kirche, im Dresdner Kulturpalast und an anderen Orten).
Was zur Corona-Zeit, währenddessen Monströsensaal und Speisesaal, die angestammten Spielorte im Schloss, als Innenräume nicht genutzt werden durften, als Notlösung gefunden worden war - unter freiem Himmel zu musizieren -, hat sich als ideale Lösung etabliert.
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Neben dem atmosphärischen Plus durch den Open-Air-Charakter erlaubt die offene Spielfläche dem Festival obendrein, "behutsam zu wachsen", wie der Intendant anmerkt. Im Monströsensaal war das Angebot im Zuschauerbereich bei ungefähr 110, im Speisesaal bei 160 Sitzplätzen fixiert. Im Außenbereich der Nordterrasse ist man flexibler. Jedes Jahr ist das Auditorium etwas größer geworden, mittlerweile zählt man mehr als 300 Sitzplätze.
"Wir sind etwa doppelt so groß wie vor der Pandemie", sagt Geschäftsführer Tobias Teumer. Bis auf 390 Zuschauerplätze lasse sich das Auditorium im geltenden Veranstaltungskonzept aufstocken. Vergangenes Jahr sei man zweimal an diese Grenze gegangen, dieses Jahr werde das Maß bei bislang fünf Konzerten ausgefüllt.
Über die knapp 400 Plätze hinaus will man auf der Nordterrasse nicht, auch um mit der Schlechtwettervariante - der Moritzburger Kirche - kompatibel zu bleiben, die in etwa über ebenso viele Plätze verfügt.
Die Nachfrage für die Konzerte geht mit der Vergrößerung des Festivals einher. Der Jahrgang 2025 endete mit 97 Prozent Auslastung. Geringer wird es dieses Jahr wohl nicht werden.
Titelfoto: Bildmontage: Monika Skolimowska/ZB/dpa, Oliver Killig

