Weil Nachfolger fehlen: Weniger Fleischereien in Sachsen

Von André Jahnke

Chemnitz - In Sachsen ist die Anzahl der Fleischereien innerhalb von zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mitteilte, waren im Vorjahr 287 Betriebe mit dem Schwerpunkt Fleischverarbeitung registriert. Zehn Jahre zuvor waren es noch 438. Auch die Zahl der Fleischereien mit Schwerpunkt Verkauf ging um ein Drittel auf 206 Betriebe zurück.

In den vergangenen zehn Jahren ist laut Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Fleischerbetriebe in Sachsen stark zurückgegangen.  © Hendrik Schmidt/dpa

In Sachsen waren im Vorjahr 6338 Frauen und Männer in Berufen der Herstellung und im Verkauf von Fleisch beschäftigt.

Laut Bundesagentur waren es 1577 Menschen weniger als vor zehn Jahren. Besonders problematisch die Situation auf dem Ausbildungsmarkt.

Bis diesen August wurden im Freistaat 89 Berufsausbildungsstellen für Fleischer gemeldet, wovon noch 34 unbesetzt waren. Im Bereich der Fachverkäuferin/Fleischerei waren von 209 Lehrstellen noch 81 unbesetzt.

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Es sei richtig, dass die Zahl der Fleischereien in den letzten zehn Jahren gesunken ist, sagte der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das sächsische Fleischerhandwerk, Lars Bubnick, auf Anfrage.

"Das heißt aber nicht, dass das Fleischerhandwerk ausstirbt." Die Gründe für Betriebsaufgaben sind demnach vielschichtig.

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Kostensteigerung seit Ukraine-Krieg

Die Preise für Fleisch sind seit dem Ukraine-Krieg gestiegen.  © Jan Woitas/dpa

"In den meisten Fällen sind es fehlende Nachfolgerinnen und Nachfolger, die die Betriebe weiterführen, oder der zunehmende Mangel an Arbeitskräften", erläuterte Bubnick.

Aber auch die steigenden Kosten, besonders seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs, seien eine mögliche Ursache. 

Bubnicks Angaben zufolge waren unter anderem die Preise für Rindfleisch so hoch wie noch nie. Die größte Herausforderung sei die personelle Situation in den Betrieben, verknüpft mit den zurzeit steigenden Kosten.

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"Vom Industriestrompreis profitieren unsere Betriebe leider nicht - nur industrielle Betriebe."

Hier gewinnbringend zu arbeiten, sei sehr schwierig. Dabei sei der Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland zuletzt wieder auf knapp 55 Kilogramm gestiegen.

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