Weltrekord im Schneesturm: Die vergessenen Abenteuer der Meißner Ballon-Schwestern

Meißen - Matterhorn, Montblanc und eine 6000 Meter hohe Ballonfahrt: Was die Meißner Schwestern Margarete (1876-1951) und Elsbeth Große (1879-1947) vor mehr als 100 Jahren leisteten, klingt selbst heute abenteuerlich. Jetzt sollen die fast vergessenen Gipfelstürmerinnen in ihrer Heimat wieder sichtbarer werden.

Die Echten! Margarete und Elsbeth Große kurz vorm Start ihrer legendären Reise.  © wikipedia

Im März 1910 steigen die beiden Frauen in Dresden-Reick in einen Freiballon.

Vor ihnen eine Fahrt, die Geschichte schreiben wird: 22,5 Stunden bleiben Margarete und Elsbeth in der Luft, geraten unterwegs sogar in einen Schneesturm und legen schließlich 871 Kilometer bis in die Südkarpaten zurück. Dabei steigen sie auf rund 6000 Meter Höhe - Weltbestleistung im Frauen-Ballonfahren.

1908 standen die Schwestern auf dem 4478 Meter hohen Matterhorn. Auch den Montblanc bezwangen sie mehrfach. Die französische Zeitschrift "Femina" zählte die beiden 1911 sogar zu den 15 besten Alpinistinnen der Welt. Und das in einer Zeit, in der Frauen im Berg- und Ballonsport noch Exotinnen waren.

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Margarete arbeitete als Lehrerin, unter anderem an der Meißner Neumarktschule. Elsbeth führte den gemeinsamen Haushalt und pflegte die Eltern. Ihre Erlebnisse hielten die Schwestern in Aufzeichnungen und Artikeln fest.

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Die Ballon-Pionierinnen stammten aus Meißen und haben Geschichte geschrieben.  © IMAGO/Gemini Collection

Neues Legendenschild erinnert an die Pionierinnen

Karin Lehmann als Elsbeth Große mit "ihrer" Schwester Margarete alias Marianne Horns mit Meißens Tourismus-Chef Christian Friedel.  © Steffen Füssel

In Meißen gerieten die einst berühmten Abenteurerinnen lange in Vergessenheit.

Das ändert sich inzwischen: Neben einer Plakette an ihrem Geburtshaus in der Elbstraße, einem Frauenort an der Neumarktschule und dem nach ihnen benannten Geschwister-Große-Weg erinnert dort seit Donnerstag auch ein neues Legendenschild an die Pionierinnen.

"Wir freuen uns, wenn wir Einheimischen und Gästen die Stadtgeschichte so auf unkomplizierte Art ein Stück näherbringen können", sagt Stadtmarketing-Chef Christian Friedel (48).

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