Brandbrief aus Sachsen gegen geplante Kürzungen in der Pflege

Zwickau - Weniger Hilfe für Pflegebedürftige, mehr Belastung für Angehörige? Gegen die geplante Pflegereform regt sich jetzt auch im Landkreis Zwickau Widerstand. Das regionale Pflegenetzwerk schlägt mit einem neunseitigen Brandbrief Alarm. Adressaten: die Bundestagsabgeordneten aus der Region.

Scott Meinhardt (28) von der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) hält die geplante Pflegereform in der Form für den falschen Weg.  © Uwe Meinhold

Scott Meinhardt (28), Leiter der Netzwerk-Arbeitsgruppe, sieht die Versorgung in Gefahr. "Es ist einfach ein falsches Zeichen von der Politik", kritisiert er.

Menschen mit Pflegegrad 1 könnten ihren bisherigen Entlastungsbetrag verlieren. Bei den Pflegegraden 2 und 3 befürchtet das Netzwerk ebenfalls finanzielle Nachteile.

Hinzu kommen Sorgen um Pflegedienste, fehlende Fachkräfte und neue Bürokratie. Die Forderung: Keine versteckten Kürzungen! Statt neuer Verwaltungsstrukturen sollen vorhandene Angebote gestärkt werden.

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Meinhardt macht sich allerdings keine Illusionen: "Es wird jetzt nicht nur, weil unser Landkreis Zwickau so ein Positionspapier auf den Weg gebracht hat, das Gesetz gekippt." Trotzdem hoffe man, dass sich die Politik die Kritik zu Herzen nimmt.

Und was sagt die Politik?

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Pflegealltag im Heim: Für viele ältere Menschen ist professionelle Unterstützung unverzichtbar.  © Uwe Meinhold

CDU-Mann Körber muss mit abstimmen

CDU-Bundestagsabgeordneter Carsten Körber (47) ist für die Pflegereform "kein Fachmann" – mit abstimmen muss er trotzdem.  © Deutscher Bundestag/Henning Schacht

Bundestagsabgeordneter Carsten Körber (47, CDU) erklärt auf Nachfrage: "Das Positionspapier ist mir bislang weder bekannt noch zugegangen."

Für die konkreten Forderungen verweist er auf die Pflegeexperten seiner Fraktion.

Ein persönliches Gespräch mit dem Netzwerk bietet er aber an.

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Bemerkenswert: Auch wenn Körber nicht für Pflegepolitik zuständig ist, muss er letztlich über das Gesetz mitentscheiden.

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