Kretschmers VW-Rettungsplan: Wirtschaft dafür, Gewerkschaft warnt vor "Lohndrückerei"

Zwickau/Chemnitz - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) stellte kürzlich einen Rettungsplan für das VW-Werk in Zwickau vor. Der Standort solle in eine eigenständige Gesellschaft überführt werden. Zustimmung dafür kommt aus der Wirtschaft.

Das VW-Werk in Zwickau sieht einer ungewissen Zukunft entgegen.  © Ralph Kunz

Der Plan: Die sogenannte AutoUnion Sachsen GmbH (Arbeitstitel) soll die Fahrzeugproduktion vor Ort wettbewerbsfähig machen.

Heißt konkret: Produktionskosten werden heruntergefahren, die Löhne könnten sinken. In die neue Gesellschaft sollen neben VW auch weitere strategische Partner und Unternehmen einsteigen können.

Die Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK) begrüßt den Rettungsplan. "Die Idee, die Kräfte des sächsischen Automobilstandorts zu bündeln und neue Partnerschaften zu ermöglichen, begleitet uns schon länger", sagt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.

Bereits vor fünf Jahren schlug die IHK Chemnitz ein ähnliches Konzept vor. Vorhandene Kompetenzen sollten zusammengeführt werden.

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"Der Vorschlag einer neuen Auto-Union knüpft an diesen Grundgedanken an. Jetzt kommt es darauf an, daraus ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu entwickeln, das international wettbewerbsfähige Produktion ermöglicht und die Innovationskraft des Standorts nutzt", betont Neuberg.

Die IHK Chemnitz will den Prozess des neuen Rettungsplans begleiten. Wichtig sei es, dass ein "belastbares Geschäftsmodell mit klaren Verantwortlichkeiten, wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und einer langfristigen Perspektive für den Automobilstandort Sachsen" entsteht.

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Sachsen-Chef Michael Kretschmer (51, CDU) will den VW-Standort in Zwickau retten und die Produktion wettbewerbsfähig machen.  © Michael Kappeler/dpa
Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, begrüßt die Rettungspläne.  © Uwe Meinhold

IG Metall begrüßt Rettungsplan, lehnt Lohnkürzungen allerdings ab

IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto spricht sich gegen längere Arbeitszeiten und "Lohndrückerei" aus.  © Hendrik Schmidt/dpa

Die IG Metall begrüßt grundsätzlich die Pläne von Michael Kretschmer und zeigt sich offen gegenüber Gesprächen. Allerdings gibt es auch Gegenwind: Die Gewerkschaft lehnt weniger Lohn oder längere Arbeitszeiten ab.

"Längere Arbeitszeiten und eine Lohndrückerei sind dafür das völlig falsche Instrument, lösen keine Probleme und stoßen auf den entschiedenen Widerstand der Beschäftigten, der Betriebsräte und der IG Metall", sagt IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto.

Wichtig sei vor allem eine bessere Auslastung der VW-Standorte in Sachsen, heißt es.

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