Seltene DDR-Prototypen: Diese Trabis waren ihrer Zeit voraus
Zwickau - Von wegen immer nur Zweitakter! Diese beiden Trabis sollten die DDR auf Touren bringen - mit Wankelmotor statt vertrautem Knatterantrieb. Doch die Zukunftsträume platzten. Jetzt zeigt das Zwickauer August Horch Museum zwei seltene Testwagen von 1966, die nach jahrelanger Restaurierung wieder glänzen.
In den frühen 1960ern begeisterte der Wankelmotor Entwickler weltweit. Auch die DDR wollte mitmischen.
Die Idee: Statt Kolben auf und ab zu bewegen, dreht sich ein Kreiskolben im Motorgehäuse. Weniger Teile, weniger Platzbedarf, mehr Leistung - das klang verlockend. "Genial einfach und einfach genial", nennt Ausstellungsmacher André Meyer (41) das Prinzip.
Doch im Alltag bekam die schöne Rechnung Schlagseite. "Die Motoren, die werden auf ihre geringe Fläche sehr, sehr warm", erklärt Meyer.
Sie brauchten aufwendige Kühlung und schluckten reichlich Sprit. Zusätzliche Technik machte den erhofften Preisvorteil zunichte.
Meyer spricht von einer "technologischen Sackgasse".
Unterschiedliche Wege zum Fortschritt
Die beiden Ausstellungsstücke zeigen unterschiedliche Wege zum Fortschritt.
"Man wollte ja schon relativ früh den Trabant überwinden", sagt Meyer.
Der P 601 sieht weitgehend aus wie der bekannte Serien-Trabi, bekam aber einen Wankelmotor unter die Haube. Beim P 602 V wagten die Sachsenring-Entwickler zusätzlich eine neue Karosserie. An einem Wagen tüftelten Ehrenamtliche des Vereins Intertrab fünf Jahre lang. Den anderen baute der Museumsrestaurator über drei Jahre wieder auf.
Heute ziehen die einstigen Hoffnungsträger Museumsbesucher an. Die Mini-Schau ist überschaubar.
"Klein, aber fein", sagt Meyer. Zu sehen sind die Raritäten in "2 Konzepte – 1 Jubiläum: 60 Jahre Trabant mit Wankelmotor" noch bis zum 27. Juni 2027.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)

