Zwickau/Radebeul - Schluss mit Millionen Handgriffen im Weinberg? An der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) soll ein Roboter lernen, Reben selbstständig und individuell zu schneiden. Mithilfe künstlicher Intelligenz und optischer Messdaten erfasst er die Pflanzen und berechnet die passenden Schnittstellen.
Wie viel Arbeit im Rebschnitt steckt, zeigt Schloss Wackerbarth: Von Dezember bis März schneiden die Winzer rund 300.000 Rebstöcke von Hand.
"Pro Rebstock benötigen wir etwa 20 Schnitte - in Summe insgesamt circa sechs Millionen Schnitte pro Jahr", sagt Weinguts-Sprecher Martin Junge (40). Ziel ist es, mit dem Roboter 30 Prozent der Kosten zu sparen.
Der 40-Jährige ist vom Projekt "VinePruningBot" der WHZ begeistert: "Es ist toll, wenn es neue Ideen und Ansätze gibt, die man gemeinsam mit den Winzern erproben kann", so Junge.
Neben Wackerbarth unterstützt das Weingut Schloss Proschwitz das Projekt mit Wissen zu Schnittregeln und Praxiserprobung. Björn Probst, Weingutsleiter von Schloss Proschwitz, gibt Kollege Roboter eine Chance: "Das wäre eine große Entlastung." Denn der Kostendruck ist hoch: "Der Lohn der Mitarbeiter kann nicht im Weinverkauf erlöst werden", so Probst.
Doch bis die Maschine im Weinberg loslegen kann, muss sie noch einiges lernen. "Der Weinberg ist nicht eben, und dann ist es die Kunst, genau anzuhalten und richtig zu schneiden, ohne den Drahtrahmen zu verletzen."
Derzeit wird im Labor weiter getüftelt. Bis der Roboter selbstständig Reben schneidet, ist allerdings noch Entwicklungsarbeit nötig.