Zwickaus Verkehrsplan 2040: Für Autos sollen Straßen unattraktiver werden
Zwickau - Zwickau will seinen Verkehr bis 2040 kräftig umbauen - und für Autofahrer könnte es ungemütlich werden! Zehn brisante Punkte verstecken sich im Verkehrsentwicklungsplan 2040. Der Stadtrat hat das über 600 Seiten starke Maßnahmenpaket am Abend einstimmig gebilligt.
Die Planer schreiben ungewöhnlich offen: Straßen könnten für Busse, Radfahrer und Fußgänger nur attraktiver sein, wenn sie zugleich für den Autoverkehr "unattraktiver" werden. Wer die Innenstadt lediglich durchquert, soll künftig "deutlich länger" brauchen.
Konkret setzt die Stadt auf eine neue, 1,3 Kilometer lange Innenstadttangente südlich des Schwanenteichs. Sie soll täglich rund 15.000 Fahrzeuge aufnehmen. Dafür würde die Humboldtstraße von vier auf zwei Fahrstreifen schrumpfen.
Dazu kommen Tempo 30 auf der Humboldt- und Reichenbacher Straße. Mit einer Mitteltrasse oder einer Nordtangente wird eine weitere Verkehrsader diskutiert.
Auch beim Parken steckt Zündstoff im Plan. Eine Untersuchung ergab zwar, dass die öffentlichen Stellplätze im untersuchten Innenstadtbereich im Schnitt nur zu knapp 60 Prozent ausgelastet sind. Trotzdem werden Bewohnerparkausweise teurer, die Kontrollen häufiger und Scan-Autos sind auch geplant.
Straßenbahnen könnten nach Werdau, Glauchau und Wilkau-Haßlau fahren
Große Visionen gibt es auch für Bus und Bahn: Die Straßenbahnlinie 4 könnte über das Klinikum und das Pleißencenter bis nach Werdau verlängert werden. Sogar Verbindungen nach Glauchau und Wilkau-Haßlau seien denkbar.
Schon im Vorfeld hatten die Pläne für Zündstoff gesorgt. Ursprünglich wollte das Rathaus die späteren Einzelentscheidungen im Alleingang treffen und den Stadtrat lediglich informieren.
Das ging den Räten zu weit: Die Fachausschüsse pfiffen die Stadt bereits zurück und sicherten dem Stadtrat das Entscheidungsrecht für jedes Vorhaben.
Titelfoto: Kristin Schmidt
