Crashkurs für Selbstständige: Darum ist die eigene Website so wichtig
Deutschland – Wer sich nicht gerade in der Tech-Branche selbstständig macht, für den ist die erste Website oft von nachrangiger Bedeutung.
Dabei ist sie als digitales Aushängeschild äußerst wichtig und braucht dementsprechend Fokus.
Die gute Nachricht: Eine solide Website braucht heute weder ein riesiges Budget noch große Technikkenntnisse oder teure externe Designer. Sie braucht vor allem einen guten Plan und richtige Prioritäten.
Worauf es ankommt, folgst Du jetzt.
Die erste eigene Website und worauf man wirklich achten muss
Wer sich selbstständig macht, hat nicht nur tausend verschiedene Baustellen zu bewältigen, sondern muss auch stark priorisieren. Die eigene Website bewegt sich deshalb oft zwischen "müsste man auch mal machen" und "kommt später".
Dabei muss man eins deutlich unterstreichen:
Eine Website ist kein nettes Extra, sondern ein zentrales Tool für Kundengewinnung, Vertrauensbildung und nicht zuletzt Unabhängigkeit in digitalen Belangen.
Ohne eigene Website überlässt Du den Ersteindruck anderen, zwischen Social-Media-Posts, Branchenverzeichnissen oder dem Zufall.
Warum die Website Priorität haben sollte
Vielleicht fragst Du Dich an dieser Stelle, ob es fürs Erste nicht genügt, erst mal auf Social Media präsent zu sein, statt gleich in die Vollen zu gehen.
Die Antwort: Social Media kann Reichweite bringen, aber keine Kontrolle. Profile lassen sich sperren, Algorithmen ändern sich, Plattformen verlieren an Bedeutung – und auf jedem sozialen Netzwerk bist Du nur einer unter vielen und Deine Sichtbarkeit wird von der Plattform bestimmt.
Die eigene Website bleibt hingegen dauerhaft erreichbar und gehört nur Dir.
Sie ist die digitale Basis, auf die alles andere aufbaut. Sie ist der einzige digitale Ort, an dem Du hundertprozentig "der Boss" bist und erfüllt gleich mehrere Funktionen:
- Informationen
Sie bietet Informationen über Leistungen und Angebote. - Vertrauen
Sie ermöglicht Vertrauensaufbau durch Transparenz. - Kontakt
Sie gestattet eine klare, stets aktuelle Kontaktmöglichkeit. - Auffindbarkeit
Sie macht Dich bei korrekter Gestaltung Suchmaschinen-auffindbar.
Keine eigene Website zu haben, macht Dich abhängig von Externen und das ist selten eine gute Idee.
Und Social Media? Dem kannst Du Dich später widmen, denn es ist ein ziemlich komplexes Thema für sich.
Die wichtigste Regel: Ziele statt hübsche Beliebigkeit
Viele machen den Fehler und denken bei der Website zunächst an Farben, Design, Technik. Alles zweifellos wichtig, aber nicht im Moment.
Zunächst zählt, dass Du Dir eine einfache Frage beantwortest: Was genau soll meine Firmenwebsite eigentlich leisten?
Denn zwischen reinem Kontaktformular und zentralem Vertriebsweg kann eine Website zahlreiche Funktionen erfüllen. Bloß: Eine Seite, die alles gleichzeitig will, überzeugt am Ende niemanden.
Die wichtigsten Fokuspunkte
Die wichtigsten Fokuspunkte für frischgebackene Selbstständige sind unter anderem…
- Informieren neuer und bestehender Kunden
- Gewinnen von neuen Kundenanfragen
- Sichtbarmachen Deiner Expertise
Es geht am Anfang also erst einmal darum, dass Leute Dich finden, sich über Dein Unternehmen informieren können und Dir darüber neue Aufträge bescheren.
Zwar hängt die genaue Umsetzung dieser Punkte von der Art der Firma ab, aber erst, wenn diese grundsätzlichen Ziele klar sind, kannst Du Inhalte, Aufbau und Gestaltung sinnvoll planen.
Ohne diese Klarheit vergeudest Du mit Pech viel Zeit in eine zwar schick aussehende Website, die aber keine Wirkung entfaltet.
Hinweis: "Website" bezeichnet das große Ganze, "Webseite" hingegen ist die konkrete Unterseite, auf der man sich jeweils befindet. Du hast zwar nur eine Website, die aber hat verschiedene Webseiten.
Domain und Hosting – nicht zu unterschätzende Basis
Wenn Du weißt, was die Website leisten soll, folgt im nächsten Schritt die technische Basis. Dazu zwei Dinge:
Die Domain
Die Domain ist, vereinfacht formuliert, die Adresse Deiner Firma. Auch das ist ein Thema für sich, denn was hinter dem "www." folgt, muss nicht nur rechtssicher sein, sondern auch einfach zu merken und einzugeben sein und obendrein noch das Thema Suchmaschinenoptimierung bespielen.
Das Hosting
Das Hosting ist hingegen, einfach formuliert, der Ort, an dem Deine Website und ihr technisches Gerüst lagern.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen internem und externem Hosting – also beispielsweise auf einem Server in Deiner Firma oder bei einem Hosting-Partner.
Achte dabei auf die folgenden Punkte:
- Eine kurze, knackige, seriöse Domain
- Zuverlässige, schnelle Erreichbarkeit
- Ständig hohes Sicherheitsniveau
In diesem Sinne bist Du, sofern Du kein ausgesprochener Experte bist, als Selbstständiger mit einer extern gehosteten WordPress-Website am besten bedient.
Denn nicht nur ist es technisch recht einfach, eine WordPress-Website zu erstellen, sondern durch das externe Hosting musst Du Dir keine Gedanken um Verbindungsgeschwindigkeiten, Sicherheit usw. machen – das macht alles der Hoster.
Für Dich bleibt als Aufgabe, die Website zu gestalten und sie anschließend inhaltlich aktuell zu halten.
Im Gegensatz zum internen Hosting spielt es auch keine Rolle, wie schnell (oder langsam) das Internet an Deinem Firmenstandort ist, die Server stehen woanders und sind technisch viel besser aufgestellt.
Inhalte bitte zuerst
Auf jeder Startup- und Gründer-Plattform findest Du zahlreiche Artikel über Corporate Design, Corporate Colors, UX, UI und anderen Themen rund um die Website. Und ja, nichts davon ist unwichtig.
Bevor Du Dich jedoch fragst, in welchen Farben Deine Site erstrahlen soll, sollten erst einmal die wichtigsten Seiten gestaltet werden:
1. Startseite
Eine eindrucksstarke, aber nicht überfrachtete Startseite mit klarem Nutzenversprechen.
2. Über mich/uns
Eine "Über mich"- bzw. "Über uns"-Seite, auf der Du zeigst, wer Du bist und was Dein Unternehmen macht.
3. Leistungsseite
Eine Leistungsseite, auf der Du entweder alles erklärst oder zu spezifischeren Seiten weiterleitest.
4. Kontaktseite
Eine Kontaktseite mit Kontaktformular und weiteren Kontaktmöglichkeiten.
5. Impressum & Datenschutz
Eine Seite mit einem rechtlich wasserdichten Impressum und der dazugehörigen Datenschutzerklärung.
Das ist sozusagen das Pflicht-Grundgerüst. Alles zwischen FAQ-Seite (reduziert wiederkehrende, zeitraubende Anfragen) und Blog (interessant für die Suchmaschinenoptimierung) hat Zeit.
Ganz wichtig dabei: Achte auf verständliche, ehrlich wirkende und tatsächlich Informationen liefernde Inhalte. Reihe keinesfalls nur Buzzwords oder Keywords aneinander. Das ist nicht nur anstrengend für Besucher, sondern wird auch von Suchmaschinen nicht gern gesehen.
Kaum eine Website ist beim ersten Anlauf gleich perfekt.
Mehr noch: Dein Internetauftritt ist grundsätzlich eine Dauerbaustelle, der Du Dich immer wieder widmen musst, um sie aktuell zu halten und zu erweitern.
Online sein heißt leider nicht automatisch gefunden werden
Als Selbstständiger willst Du, wenn jemand für Deine Firma relevante Keywords in die Suchmaschine eingibt, dass Dein Unternehmensname ganz weit oben steht.
Gib beispielsweise testweise Deine Branche und Region ein, dann siehst Du, welche Konkurrenten wie ranken. Dieses Ranking kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis zahlreicher Faktoren. Vieles davon ist ein streng gehütetes Geheimnis der Suchmaschinenbetreiber.
Einige Punkte sind jedoch universell:
Allerdings sei unterstrichen, dass das nur die absoluten Basics sind. Wenn Du es richtig machen willst, solltest Du Dich tiefer in das Thema Suchmaschinenoptimierung ("SEO") einarbeiten. Viele IHKs und HWKs bieten dazu auch Lehrgänge an.
Bedenke dabei: Gerade für potenzielle Neukunden ist diese Sichtbarkeit sehr wichtig.
Frag Dich selbst, wie oft Du schon bei Google eine Firma angeklickt hat, bloß weil sie weiter oben zu finden war als ihre Konkurrenten.
Fazit: Die erste Website ist Pflicht – auch ohne Design-Perfektion
Eine gute Website entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch klare Ziele, saubere Grundlagen und realistische Erwartungen.
Für Selbstständige ist sowohl Schaufenster als auch Werkzeug – eines, das Vertrauen schafft, unabhängig macht und mit dem eigenen Business wachsen kann.
Bedenke das immer, bevor Du Dir vielleicht einredest, dass eine E-Mail-Adresse für die Visitenkarte vorerst genügt.
Titelfoto: Content Seeding - Crashkurs für Selbstständige