Kilian Kropiunik im Interview: 9 Jahre Finanzmärkte, was man als Anleger wirklich lernt

Deutschland – Kilian Kropiunik ist seit neun Jahren aktiv an den Finanzmärkten – von digitalen Währungen über Rohstoffe wie Gold bis hin zu klassischen Assets.

Seine Erfahrungen in dieser Zeit haben ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Finanzcoaches gemacht.

Im Interview spricht er über seinen Werdegang, seine größten Erkenntnisse und darüber, wer an den Finanzmärkten wirklich etwas zu suchen hat – und wer besser die Finger davon lässt.

Hier das Interview auf einen Blick.

Kilian Kropiunik im Interview über die Finanzmärkte

Kilian Kropiunik spricht über seine Erfahrung mit Finanzmärkten und die wichtigsten Lektionen.
Kilian Kropiunik spricht über seine Erfahrung mit Finanzmärkten und die wichtigsten Lektionen.  © Kilian Kropiunik

Frage: Sie sind seit neun Jahren aktiv an den Finanzmärkten. Wie hat das alles angefangen — und war der Weg so gradlinig wie er von außen wirkt?

Kilian Kropiunik: Gradlinig? Überhaupt nicht. Ich war 14 Jahre alt, hatte null Ahnung und dafür umso mehr Hunger.

Wie viele in dem Alter habe ich mich von irgendwelchen Gurus im Internet beeinflussen lassen. Der Zeitpunkt war zufällig gut gewählt. Ich war früh dabei und habe in den ersten Monaten tatsächlich Geld verdient.

Aber nicht, weil ich gut war, sondern weil der Markt gestiegen ist. Den Unterschied habe ich erst später verstanden. Als die erste große Korrektur kam, war fast alles weg. Kein Risikomanagement, kein Plan, kein System.

Die ersten zwei Jahre waren unterm Strich ein finanzielles Minus. Aber aufgeben war keine Option.

Frage: Investieren und aktives Markthandeln gelten in vielen Augen noch immer als Glücksspiel. Wie gehen Sie mit dieser Wahrnehmung um?

Kilian Kropiunik: Für die meisten Menschen ist es tatsächlich Glücksspiel. Aber das passiert nicht zufällig.

Die Plattformen sind bewusst so gebaut, dass man so viel Geld wie möglich hineinsteckt. Man sieht überall Erfolgsgeschichten, riesige Gewinne. Das verleitet dazu zu zocken, anstatt wirklich zu denken.

Was meine Erfahrung gezeigt hat: Es geht zuerst darum, sein Kapital zu schützen. Nicht darum, möglichst schnell möglichst viel zu verdienen. Wer das wirklich verinnerlicht hat, fängt an die Märkte ganz anders zu sehen.

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Frage: Sie fokussieren sich auf digitale Währungen und Rohstoffe wie Gold. Was macht genau diese Kombination interessant?

Kilian Kropiunik: Weil ich dort angefangen habe, und weil diese beiden Märkte sich strategisch perfekt ergänzen. Was sie wirklich besonders macht, ist ihre geringe Korrelation.

Gold und digitale Währungen reagieren auf komplett unterschiedliche Trigger. Gold steigt wenn die Welt verrückt spielt – Krisen, Inflation, geopolitische Spannungen.

Digitale Währungen profitieren von Risk-On-Phasen, wenn Anleger weltweit risikofreudig sind. Was viele außerdem nicht wissen: In Deutschland sind Gewinne aus Kryptowährungen nach einem Jahr Haltefrist vollständig steuerfrei. Das ist ein riesiger Vorteil.

Frage: Gab es Momente in Ihrer Karriere wo ein Investment wirklich außergewöhnliche Gewinne gebracht hat?

Kilian Kropiunik: Ja, und ich erinnere mich noch sehr genau daran.

Ende 2020 habe ich einen Coin namens Verasity gekauft. Ein Jahr später habe ich ihn zum absoluten Höchststand verkauft, nach einem Jahr Haltefrist, also vollständig steuerfrei. Die Rendite war 15.000 Prozent. War da Glück dabei?

Ehrlich gesagt ja, ein bisschen. Aber der Ausstieg zum richtigen Zeitpunkt war kein Glück, sondern das Ergebnis einer klaren Analyse. Und dann natürlich der Bitcoin-Call im November 2022 – Bitcoin stand bei 16.500 Dollar, alle waren panisch nach dem FTX-Crash.

Ich habe öffentlich gesagt: Das ist der Boden. Heute steht Bitcoin ein Vielfaches höher. Das Video gibt es noch immer auf YouTube. Ebenso habe ich 2023 Solana bei 8 Dollar öffentlich empfohlen und im April 2024 Gold als klaren Outperformer für die nächsten 18 bis 24 Monate identifiziert, beides ist aufgegangen.

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Frage: Für wen sind die Finanzmärkte wirklich etwas – und wem würden Sie ehrlich empfehlen, die Finger davonzulassen?

Kilian Kropiunik: Grundsätzlich glaube ich, dass die Finanzmärkte für jeden etwas sein können, der mehr vom Leben will und der fest im Leben steht.

Aber es gibt Situationen wo ich es jemandem wirklich abraten würde. Wer keinerlei Rücklagen hat oder kein geregeltes Einkommen, der sollte erst dieses Fundament schaffen.

Was viele unterschätzen ist der emotionale Faktor. Am Finanzmarkt ist emotionsloses Handeln das Wichtigste überhaupt. Was mich immer wieder fasziniert, ist wie gut Menschen aus technischen Berufen an den Märkten abschneiden.

Ingenieure, Techniker, IT-Leute – die arbeiten jeden Tag mit Systemen und Strukturen und können diese Denkweise fast direkt übertragen.

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Frage: Ist gerade überhaupt ein guter Zeitpunkt um anzufangen?

Kilian Kropiunik: Der beste Zeitpunkt anzufangen war immer gestern. Was die Finanzmärkte von fast allem anderen unterscheidet ist, dass man vollkommen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage Geld verdienen kann.

Menschen die in Abwärtsphasen beginnen, haben langfristig fast immer die besten Ergebnisse. Weil sie ohne Gier starten, weil sie Zeit haben zu lernen.

Ich persönlich bin überzeugt, dass sich Ende 2026 noch sehr interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben werden. Das Muster der Märkte wiederholt sich immer wieder. Die Frage ist nur, ob man vorbereitet ist, wenn der Moment kommt.

Kilian Kropiunik berät und begleitet seit Jahren Menschen beim Einstieg in die Finanzmärkte. Mehr Informationen unter kiliankropiunik.de.

Titelfoto: Kilian Kropiunik