Niners mit Zittersieg: US-Spielmacher Williams fliegt nach Tätlichkeit vom Parkett
Chemnitz - Was für ein verrücktes Wochenende für die Niners Chemnitz! Am Freitagabend in Hamburg mussten die Sachsen erst eine Spielunterbrechung von 13 Minuten über sich ergehen lassen - Grund war ein Konfettiregen - und dann in die Verlängerung. Die "Orange Army" verlor 90:94 (83:83).
Am Sonntag im Heimspiel gegen Aufsteiger Phönix Hagen lief die Mannschaft von Trainer Rodrigo Pastore fast im gesamten Spiel einem Rückstand hinterher, musste erneut in die Overtime. 20 Sekunden vor Ultimo versenkte Stefan Smith beide Freiwürfe zum entscheidenden 94:93 (81:81). Smith war mit 23 Punkten bester Niners-Werfer.
Als nach dem Basketball-Krimi vor knapp 4000 Zuschauern in der Messe Chemnitz alle Dämme brachen, saß Spielmacher Cobe Williams bereits in der Kabine. Der US-Amerikaner ließ sich im vierten Viertel zu einer Tätlichkeit hinreißen.
Beim Kampf um den Ball griff der Chemnitzer seinem Gegenspieler Adam Kunkel an die Gurgel. Disqualifizierendes Foul. Glück für Williams: Sein Bärendienst blieb am Ende folgenlos.
Das komplett neu formierte Niners-Team startete im ersten Heimspiel der Saison sehr nervös. Neuling Hagen dagegen spielte unbekümmert auf. Nach reichlich acht Minuten rieben sich die Fans in der Messe die Augen: Kraftpaket Cameron Krutwig - 2,08 Meter groß und 128 kg schwer - dribbelte sich durch und brachte Hagen 24:17 nach vorn.
Die Chemnitzer bekamen Krutwig in der ersten Halbzeit nie in den Griff. Der US-Amerikaner stand nach 20 Minuten bei 100 Prozent Wurfquote und 21 (!) Zählern. Am Ende lag er bei 27 Punkten.
Niners kämpfen sich zurück - mit Erfolg
Nach der Pause baute Hagen den Vorsprung auf 54:39 aus. Pastore nahm sofort die Auszeit. Der Argentinier tobte und stieß bei seinen Spielern endlich auf offene Ohren.
Mit einem 10:0-Lauf kämpfte sich sein Team, das jetzt aggressiver verteidigte, heran (49:54/25.). Nach dem dritten Viertel (61:69) war wieder alles drin für die Gastgeber.
In der Crunchtime der regulären Spielzeit versenkte Phlandrous Fleming Jr. den Dreier. Mateo Seric legte nach: 81:79. Noch 27 Sekunden standen auf der Uhr. Krutwig - wer sonst - rettete die Gäste in die Verlängerung.
Nach weiteren fünf Minuten Spielzeit stand der Liga-Neuling trotz seiner starken Leistung mit leeren Händen da.
Titelfoto: IMAGO / EHL Media

