Vor DFB-Pokal-Duell: Bundesliga-Trainer lässt Fangesänge des Gegners abspielen
Cottbus/Augsburg - Dieser Bundesligist lässt nichts unversucht, um ein frühes Aus im DFB-Pokal zu vermeiden ... Augsburg-Trainer Manuel Baum (46) greift vor dem Erstrunden-Duell bei Zweitligist Energie Cottbus (Samstag, 13 Uhr) ganz tief in die Trickkiste.
"Wir haben die Gesänge der Cottbuser Fans einspielen lassen, damit jeder weiß, was da auf uns zukommt", erklärt der FCA-Trainer, der eine riesige Musikbox am Trainingsplatz positionierte.
Seine Spieler hätten im Training teilweise ihr eigenes Wort und das ihrer Mitspieler nicht verstanden. "Ich hab den Eindruck gehabt, dass sie sehr überrascht waren", so Baum.
Das Lausitzer LEAG Energie Stadion ist dafür bekannt, zum Hexenkessel werden zu können. In der Vorsaison scheiterte Zweitligist Hannover 96 am damaligen Drittligisten Cottbus, biss sich über 90 Minuten die Zähne aus (Endergebnis: 0:1).
Das soll Augsburg nicht passieren. Neben der Gesangs-Simulation trainierte der Bundesliga-Club auch Elfmeterschießen.
Baum: "Es ist schon eine Herausforderung, dass wir im ersten Spiel jemanden haben, der uns auf Augenhöhe begegnet. Das wird uns mit Sicherheit in der Liga helfen, jetzt schon einen Brocken zu haben wie Cottbus. [...] Die haben echt Qualität und den Riesenvorteil, dass sie schon zwei Spiele in den Beinen haben."
FC Augsburg simuliert den Ernstfall, Energie Cottbus sucht nach dem Selbstverständnis
Aber wird das frühere Stadion der Freundschaft wirklich zum Stimmungstempel? Am Donnerstag waren erst 13.500 Tickets verkauft, das liegt auch am Einschulungs-Wochenende in ganz Brandenburg.
Zudem suchen die Gastgeber nach dem Selbstverständnis. FCE-Trainer Pele Wollitz (61): "Wir verfallen in Passivität. Ich kann es nicht erklären, weil ich das nicht vorgebe. Das ist nicht unsere DNA, das ist Versteckenspielen. [...] Wir müssen verstehen, dass wir nur etwas zu gewinnen haben und nichts zu verlieren. Ich vermisse Spielfreude und die Liebe zum Ball."
Gegen Hannover und Bielefeld erarbeitete sich sein offensiv ausgerichtetes Team keine echte Torchance aus dem Spiel heraus.
Für Augsburg gibt Wollitz die Marschroute aus: "Wir müssen den Gegner mit Aggressivität jagen und zwar ein ganzes Stück weiter vorn. In dem Fall bekommen wir auch mehr Vertrauen und Sicherheit in unser Spiel."
Für das Unterfangen muss Cottbus auf den gesperrten Leonardo Bittencourt (32) verzichten. Der Top-Zugang muss eine Sperre aus der Pokal-Vorsaison absitzen.
So könnten Energie Cottbus und der FC Augsburg spielen
Voraussichtliche Startelf von Energie Cottbus: Lotka - Rorig, Manu, Erlein, Borgmann - Pelivan, Michelbrink - Cigerci, Boziaris, Hannemann - Bogdanov. Trainer: Wollitz.
Voraussichtliche Startelf des FC Augsburg: Dahmen - Banks, Matsima, K. Schlotterbeck - Fellhauer, Massengo, Rieder, Behrens - Kade, Ribeiro - Gregoritsch. Trainer: Baum.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa dpa/dpa

