Nationalelf-Aus für Sergio Ramos: So berührt zeigt sich Spaniens früherer Kapitän!

Paris - Von wegen Raus mit Applaus! Die Nationalmannschafts-Karriere von Sergio Ramos (36) findet ein unrühmliches Ende, was dem stolzen Spanier selbst am wenigsten schmeckt.

Sergio Ramos (36, r.) war am Donnerstag den Tränen nahe, als er von seiner Ausbootung erfuhr. Selbstbestimmt zog er kurzerhand einen Schlussstrich.
Sergio Ramos (36, r.) war am Donnerstag den Tränen nahe, als er von seiner Ausbootung erfuhr. Selbstbestimmt zog er kurzerhand einen Schlussstrich.  © Wu Zhuang/xinhua/dpa

Hand aufs Herz - wer erinnert sich noch an das letzte Länderspiel von Sergio Ramos? Wohl keiner, es ist schon knapp zwei Jahre her. Im März 2021 wurde Ramos vier Minuten vor Schluss gegen den Kosovo eingewechselt.

Allein das hatte schon was mit Majestätsbeleidigung zu tun, wenn man das Selbstbild des Weltstars als Maßstab nimmt. Ramos selbst ahnte damals wahrscheinlich nicht, dass dies sein 180. und letztes Spiel für die Roja sein würde.

Denn am Donnerstag teilte Spaniens neuer Nationaltrainer Luis de la Fuente (61) dem früheren Kapitän telefonisch mit, künftig nicht mehr auf seine Dienste setzen zu wollen.

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Wenig verwunderlich, Ramos plagte sich in den letzten Jahren mit unzähligen Verletzungen und der typischen Alterserscheinung herum, die einen Profifußballer in gehobenen Lebensjahren ereilt : nachlassende Leistungsfähigkeit.

Sergio Ramos, jahrelang Kapitän von Real Madrid und seit Sommer 2021 Spieler von Paris SG, hat seinen Höhepunkt längst überschritten. Das ändert freilich nichts an seinem Stolz und Ehrgefühl, wie auch das Instagram-Posting des früheren Weltklasse-Verteidigers zeigt.

In dieser vor Trauer und Wehmut nur so triefenden Mitteilung gibt er ganz offiziell sein Ende in der Nationalelf bekannt. Es sei eine "persönliche Entscheidung" von la Fuente gewesen, die Ramos sichtlich persönlich nimmt.

"Fußball ist nicht immer gerecht, und Fußball ist nie nur Fußball", kommentiert der Innenverteidiger.

Sergio Ramos ist Spaniens Rekordnationalspieler

Sergio Ramos größter Moment seiner Nationalelf-Karriere im Jahr 2010: Der Verteidiger (Nr. 15) streckt den WM-Pokal nach dem gewonnenen Finale gegen die Niederlande (1:0 n.V.) in die Höhe.
Sergio Ramos größter Moment seiner Nationalelf-Karriere im Jahr 2010: Der Verteidiger (Nr. 15) streckt den WM-Pokal nach dem gewonnenen Finale gegen die Niederlande (1:0 n.V.) in die Höhe.  © EPA/KERIM OKTEN

Glaubt man Ramos Worten im Statement, fühle er sich jedoch keineswegs zu alt oder über dem Zenit: "Jung oder weniger jung zu sein, ist weder eine Tugend noch ein Makel, es ist nur eine vorübergehende Eigenschaft, die nicht unbedingt mit Leistung oder Fähigkeit zusammenhängt."

Mit Bewunderung und Neid schaue er auf einen Lionel Messi (35, Argentinien) oder Luka Modric (35, Kroatien), die trotz hohen Alters weiterhin für ihr Vaterland spielen.

Eine Sache, die Sergio Ramos keiner nehmen kann, sind unfassbar erfolgreiche Jahre mit der Selección. Erinnert sei an die Periode zwischen 2008 und 2012, als Spanien Europameister, Weltmeister und nochmals Europameister wurde und die Fußballwelt gefühlt nach Belieben dominierte.

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Immer dabei: Der rustikale Verteidiger, der den offensiven Ballkünstlern den Rücken freihielt. Auf diese Qualitäten wollte über 16 Jahre (!) keiner der vielen spanischen Nationaltrainer verzichten.

Sage und schreibe 180 Länderspiele hat Sergio Ramos in dieser Zeit gesammelt und thront damit heute an der Spitze des Rankings der Akteure mit den meisten Länderspielen. Er verweist damit sogar den legendären Iker Casillas (heute 41, Länderspiele: 167) auf den zweiten Platz.

Ramos hat mit "La Furia Roja" ein Denkmal gebaut, was einen würdevolleren Abgang verdient gehabt hätte und dennoch für Jahrzehnte Bestand haben dürfte.

Titelfoto: Wu Zhuang/xinhua/dpa

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