Oliveira do Hospital (Portugal) - Gewalt-Eklat im portugiesischen Amateurfußball! Beim Auswärtsspiel der Zweitvertretung vom FC Alverca gegen Viertliga-Konkurrent FC Oliveira do Hospital ist es am Sonntag zu einem heftigen Zwischenfall gekommen. Nach dem Schlusspfiff boxte Alverca-Keeper Mateus Mendes (24) seinen Gegenspieler brutal um.
Ein auf X veröffentlichter Drei-Sekunden-Clip zeigt, wie der 24 Jahre junge Torhüter mit ausgestrecktem Knie auf seinen Kontrahenten losstürmt, ihm anschließend mit der Faust gegen den Kopf schlägt. Als dieser zu Boden stürzt und liegen bleibt, legt der gebürtige Brasilianer nach und tritt mit seinem rechten Bein erneut zu.
Was unmittelbar vor der Eskalation passiert sein soll, erzählte Mendes später selbst auf Social Media. Seiner Darstellung zufolge sei es zuvor zu einem rassistischen Vorfall gekommen.
"Ich verurteile Rassismus aufs Schärfste. Rassismus darf nicht als Provokation, Witz oder Kleinigkeit abgetan werden. Er ist Gewalt, die die Würde, die Geschichte und die Menschlichkeit der Betroffenen angreift", erklärte Mendes.
In seinem Statement betonte er außerdem: "Nichts relativiert die Schwere einer rassistischen Tat, und solche Situationen müssen ernsthaft, verantwortungsvoll und entschieden angegangen werden. Fußball muss ein Ort des Respekts sein. Rassismus hat weder auf noch neben dem Platz etwas zu suchen. Im Kampf gegen Rassismus reicht es nicht, nicht rassistisch zu sein. Man muss Stellung beziehen."
FC Alverca löst Vertrag mit Mateus Mendes auf
An der Entscheidung des Vereins aus Alverca do Ribatejo rüttelte Mendes' Stellungnahme allerdings nicht mehr. Er musste mit sofortiger Wirkung gehen, der Vertrag mit dem 1,99 Meter großen Torwart wurde aufgelöst.
In einem Beitrag auf Facebook stellte der Club klar, dass die Attacke nicht mit "den Werten des Sports, dem Respekt gegenüber dem Gegner und den Fairplay-Grundsätzen" vereinbar sei. Darüber hinaus hob der Klub hervor, dass auf Worte auch Taten folgen müssten.
"Die Verteidigung dieser Werte erfordert nicht nur eine klare Verurteilung inakzeptabler Verhaltensweisen, sondern auch verantwortungsbewusstes Handeln, das die Grundsätze, Verfahren und zuständigen Stellen respektiert und zu einem gerechteren, sichereren und inklusiveren Fußball beiträgt", fügte man hinzu, ohne dabei jedoch auf Mendes' Sicht des Vorfalls einzugehen.