Luckenwalde - Schlimmer geht immer ... Der FSV Luckenwalde hat nicht nur den Start in die Regionalliga Nordost in den Sand gesetzt, am Samstag flogen die Brandenburger auch aus dem Landespokal.
Gegen Sechstligist Stahl Brandenburg gelang dem Viertligisten in 90 Minuten kein Tor, die Strafe folgte auf den Fuß: Benjamin Nwatu (22), ausgerechnet ein Ex-Luckenwalder, markierte nach einem Konter in der Schlussminute den Siegtreffer.
Großer Jubel beim Underdog, Riesen-Enttäuschung beim Favoriten, dessen Chancen auf den Landespokal-Triumph diese Saison so groß wie lange nicht gewesen wären. Denn mit Energie Cottbus ist der Rekordpokal-Sieger des Wettbewerbs nach dem Aufstieg in die 2. Liga nicht mehr vertreten.
Stattdessen spitzt sich die Krise des kleinen Klubs aus dem Landkreis Teltow-Fläming zu: "Das frühe Ausscheiden ist katastrophal. Die Mannschaft war sehr niedergeschlagen", erklärt FSV-Sportchef Hendrik Brösel (36) TAG24.
Vor einer Woche hatte Trainer Patrick Weiser (54) nach nicht einmal drei Monaten Amtszeit das Handtuch geworfen - offiziell aus "gesundheitlichen Gründen".
Doch das Pokal-Desaster zeigt gnadenlos: Hier bangt ein Klub um seine Regionalliga-Existenz!
FSV 63 Luckenwalde fehlt es an Selbstvertrauen, Leichtigkeit und Torgefahr
Brösel führt gegenüber TAG24 weiter aus: "Es war eine unfassbar intensive Woche, die nicht spurlos an uns vorbeigegangen ist. Wir haben uns nach dem Abschied von Patrick Weiser in drei Tagen Training viele gute Sachen erarbeitet."
Dennoch folgte das Pokal-Aus. Der Truppe würden derzeit Selbstvertrauen und Leichtigkeit fehlen, sich Torchancen zu erspielen.
In acht Pflichtspielen gelangen Luckenwalde nur fünf Törchen und ein Dreier - in der Form ist der FSV das Krisenkind der Regionalliga!
Während Nordost-Schlusslicht Chemie Leipzig die Landespokal-Pause nutzte, um mit einem 7:0 Selbstvertrauen zu tanken, werden im beschaulichen Luckenwalde die Sorgenfalten immer tiefer.
"Wir hatten vor zwei Jahren im Winter schon einmal eine schwierige Lage. Jetzt ist es die komplexeste Situation meiner Amtszeit, weil wir diesmal neben dem fast gewöhnlichen Kaderumbruch auch einen Trainerwechsel hatten und haben", so Brösel, der im Sommer 2023 die (Sport)-Geschäftsführung übernahm.
Sportchef Hendrik Brösel verweist auf erfolgreiches Krisen-Management der Vergangenheit
Das Unheil nahm schon in der Saisonvorbereitung seinen Lauf. Zunächst fiel Co-Trainer Lukas Müller (28) länger aus, das erschwerte den Akklimatisierungsprozess um Neu-Trainer Weiser. Bezeichnend: Der FSV gewann keinen einzigen Test gegen einen halbwegs gleichwertigen Gegner.
Gegen Stahl Brandenburg bekamen Lukas Müller (28) und Rainer Stock (41) als Interims-Duo auf der Trainerbank das Vertrauen, versuchten es mit einer neuen Grundformation und der vermeintlich besten Elf. Die Probleme blieben.
Brösel übt sich in Zuversicht: "Wir haben in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass wir solch schwierige Situationen meistern können."
Luckenwalde fehlt es in Jahr eins nach Erfolgs-Trainer Michael Braune (40) an Selbstverständnis, einer klaren Spielidee und einer funktionierenden Achse auf dem Platz.
Und am Samstag geht es zum Ex-Drittligisten Erzgebirge Aue.
Tabelle Regionalliga Nordost
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Rot-Weiß Erfurt | 7 | 23:5 | 17 | |
| 2 |
|
Chemnitzer FC | 7 | 16:3 | 17 | |
| 3 |
|
FC Erzgebirge Aue | 7 | 13:10 | 14 | |
| 4 |
|
1. FC Magdeburg II | 7 | 17:12 | 13 | |
| 5 |
|
FC Carl Zeiss Jena | 7 | 10:5 | 13 | |
| 6 |
|
FSV Zwickau | 7 | 8:9 | 13 | |
| 7 |
|
Greifswalder FC | 7 | 15:10 | 12 | |
| 8 |
|
VSG Altglienicke | 7 | 14:10 | 12 | |
| 9 |
|
Hallescher FC | 7 | 9:5 | 12 | |
| 10 |
|
BFC Dynamo | 7 | 10:8 | 11 | |
| 11 |
|
1. FC Lokomotive Leipzig | 7 | 13:13 | 10 | |
| 12 |
|
RSV Eintracht 1949 | 7 | 11:15 | 6 | |
| 13 |
|
SV Babelsberg 03 | 7 | 9:12 | 5 | |
| 14 |
|
Hertha BSC II | 7 | 5:15 | 5 | |
| 15 |
|
Tasmania Berlin | 7 | 8:22 | 4 | |
| 16 |
|
BFC Preussen | 7 | 5:12 | 3 | |
| 17 |
|
FSV 63 Luckenwalde | 7 | 5:18 | 3 | |
| 18 |
|
BSG Chemie Leipzig | 7 | 2:9 | 2 | |
Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in diesem Jahr direkt in die 3. Liga auf.