Freibier-Ärger in der Regionalliga: Luftnummer fliegt Club um die Ohren

Berlin/Fürstenwalde - Vollmundig rief die VSG Altglienicke vor dem Berliner Derby gegen den BFC Dynamo (0:1) eine Freibier-Aktion aus. Die Rache folgte auf den Fuß: Die Hausherren verloren das Spiel und die Aktion verpuffte.

Freibier-Ärger statt Derby-Sieg - das hatten sich John Anthony Brooks (33, l.) und die VSG Altglienicke ganz anders vorgestellt.  © IMAGO / Matthias Koch

Die Rechnung war denkbar einfach: Für jedes VSG-Tor hätte es 25 Liter Freibier oder Softdrinks für die Fans im Heimbereich gegeben. Bei etwa drei Toren wäre somit immerhin jeder Sechste in den Genuss eines Freigetränks gekommen.

Die Realität war das komplette Gegenteil. Auf dem Platz nahm der Staffelfavorit des Sommers nie den Derby-Charakter der Partie an, lief ab Minute 32 einem Rückstand durch Diren-Mehmet Günay (23) hinterher.

In 90 Minuten produzierte das hoch gehandelte Altglienicke kaum Abschlüsse, schlich ohne Tor und Punkte vom Platz der Fürstenwalder Spree-Arena.

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VSG-Kapitän Tim Rieder (33), der die Aktion selbst beworben hatte, bedient bei Ostsport.TV: "Erste Halbzeit haben wir gar nicht in unser Spiel hereingefunden, war dann auch nicht Derby-würdig. [...] Heute verlierst du auch verdient 1:0."

Auch auf der Haupttribüne kam am verregneten Freitagabend nie richtig Stimmung auf. Die rückblickend etwas großspurige Freibier-Ankündigung mutierte zur Luftnummer.

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BFC Dynamo legt Fans der VSG Altglienicke trocken

Für die VSG-Fans gab es an diesem Abend nichts zu feiern. (Archivfoto)  © IMAGO / Matthias Koch

Doch damit nicht genug: Bei Kontrahent BFC Dynamo sorgte die Freibier-Aktion im Vorfeld für Extramotivation. Die Weinrot-Weißen agierten an diesem Abend deutlich heißer, entschlossener, zielstrebiger.

Trainer Sven Körner (44) ließ im Nachgang auf der Pressekonferenz durchblicken, dass dies auch Teil der Ansprache gewesen sei: "Mir tut es ein bisschen leid für die VSG-Fans, weil sie heute kein Freibier bekommen haben."

Am Montagmorgen legte der Verein nach, titelte auf seiner Homepage hämisch: "BFC legt VSG-Fans trocken."

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Vor der Saison hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass nach zwölf Spieltagen in der Tabelle der BFC (Platz vier) der VSG (Platz sieben) die lange Nase zeigt.

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 Chemnitzer FC 12 28:6 29
2 FC Rot-Weiß Erfurt 12 37:14 27
3 Hallescher FC 12 19:9 25
4 BFC Dynamo 12 21:12 24
5 FC Carl Zeiss Jena 12 21:11 22
6 Greifswalder FC 12 24:16 22
7 VSG Altglienicke 12 20:15 21
8 FC Erzgebirge Aue 12 20:17 21
9 FSV Zwickau 12 15:17 18
10 1. FC Lokomotive Leipzig 12 23:23 16
11 SV Babelsberg 03 12 14:17 13
12 1. FC Magdeburg II 12 21:25 13
13 BFC Preussen 12 15:18 11
14 Hertha BSC II 12 10:22 10
15 BSG Chemie Leipzig 12 13:20 9
16 RSV Eintracht 1949 12 13:30 6
17 FSV 63 Luckenwalde 12 12:29 6
18 Tasmania Berlin 12 13:38 5

Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in diesem Jahr direkt in die 3. Liga auf.

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