Schiri-Tausch beim Last-Minute-Wahnsinn: Union mit irrem Lustrinelli-Debüt

Berlin - Denkwürdiger Auftakt! Union Berlin hat beim Bundesligadebüt von Mauro Lustrinelli mal wieder Comeback-Qualitäten gezeigt. Gegen Eintracht Frankfurt kamen die Hausherren nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch zu einem 3:3 (1:2). Trotz Mega-Bock von Leopold Querfeld und eines Dreierpacks von Younes Ebnoutalib jubelten am Ende die Hausherren - tief in der Nachspielzeit.

Younes Ebnoutalib nutzt den Schnitzer von Leopold Querfeld (l.).  © Julius Frick/dpa

Eine neue Spielidee soll Lustrinelli den Eisernen implementieren, doch warum auf Altbewährtes verzichten? Wenn sich die Köpenicker auf etwas verlassen können, dann sind es die Standards.

Emmanuel Latte Lath war der Nutznießer. Der neue Stürmer stieg bei der Ecke am höchsten und nickte zur Blitz-Führung ein (3. Minute). Erstes Bundesligaspiel, erstes Tor!

Doch was die Eisernen können, das kann auch die Eintracht. Die Hessen profitierten ebenfalls von der ersten Ecke. Younes Ebnoutalib bewies das richtige Näschen. Die Kugel fiel dem Stürmer quasi vor der Füße (10.).

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Auch beim zweiten Treffer half Union kräftig mit. Der eigene Anstoß flog den Hausherren um die Ohren. Leopold Querfeld versprang der Ball, Ebnoutalib lauerte und blieb cool. Zeno Van Den Bosch versuchte zwar noch retten, die Pille war aber schon über der Linie. Spiel gedreht in nicht einmal einer Minute (11.).

Jede Menge los an der Alten Försterei, denn nach 29 Minuten wurde es kurios: Schiedsrichter Bastian Dankert bat plötzlich zur Trinkpause. Der Grund: Linienrichter René Rohde klagte über Probleme am Oberschenkel. Er musste in die Kabine, während die Union-Fans lautstark "Fußball, Fußball!" forderten. Weil der vierte Offizielle noch verkabelt werden musste, ging es erst nach einer knapp sechsminütigen Unterbrechung weiter.

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Traumeinstand nach drei Minuten: Emmanuel Latte Lath jubelt über sein erstes Bundesligator im ersten Bundesligaspiel.  © Julius Frick/dpa

Union Berlin kontert Dreierpack mit spätem Ausgleichstreffer

Querfeld macht seinen Fehler wieder gut und trifft zum 2:3.  © Julius Frick/dpa

Insgesamt machten die Hessen im Duell der neuen Trainer jedoch den besseren Eindruck. Bei den schön anzusehenden Vorstößen, schafften es die Eisernen aber immer wieder die Tür zuzumachen.

Frankfurt kontrollierte das Geschehen, während die Eisernen das nächste Geschenk verteilten. Wieder patzten die Hausherren. Diesmal war es der eingewechselte Livan Burcu, der die Kugel noch einmal scharf machte.

Der erste Versuch konnte noch geblockt werden, dann aber machte Ebnoutalib kurzen Prozess (67).

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Die Entscheidung? Keineswegs. Sein Dreierpack war gleichzeitig auch ein Weckruf für Union. Sie glaubten noch an sich, prüften mehrmals Noah Atubolu - und meldeten sich zurück. Natürlich nach einer Ecke. Querfelds Kopfball brachte Union wieder ran.

Tief in der Nachspielzeit jubelten dann erneut die Eisernen. Ausgerechnet Tim Skarke erzielte den Last-Minute-Ausgleich. Dabei blieb es. Was für denkwürdiger Auftakt!

Statistiken zum Spiel Union Berlin gegen Eintracht Frankfurt

1. FC Union Berlin - Eintracht Frankfurt 3:3 (1:2)

1. FC Union Berlin: Raab - Juranovic, Querfeld, Van Den Bosch, Rothe - Kemlein (75. Haberer), Khedira, Aebischer (61. Burcu), Schäfer (61. Jeong) - Latte Lath (61. Skarke), M. Ljubicic (82. Köhn)
Eintracht Frankfurt: Atubolu - Baum, R. Koch, Maluze, Kosugi - Chaibi, Onyedika, Amaimouni-Echghouyab (80. Höjlund), Uzun (80. Arrhov) - Ebnoutalib (85. Otávio), Burkardt (66. Pimpong)

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Zuschauer: 22012 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Latte Lath (3.), 1:1 Ebnoutalib (10.), 1:2 Ebnoutalib (11.), 1:3 Ebnoutalib (67.), 2:3 Querfeld (79.), 3:3 Skarke (90.+3)

Gelbe Karten: Aebischer (1), Van Den Bosch (1) / Ebnoutalib (1), Maluze (1), Otávio (1)

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