Sturm-Flop rettet Union und lässt aufhorchen: "Ich möchte hier bleiben!"

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Berlin - Das nennt man wohl glückliches Händchen: Zwei Tore gemacht, eins vorbereitet - dank Marin Ljubicic (24) steht Union Berlin nach dem 4:2 gegen Eintracht Braunschweig in der nächsten Runde des DFB-Pokals.

Der Spieler des Spiels: Doppelpacker Marin Ljubicic (24).
Der Spieler des Spiels: Doppelpacker Marin Ljubicic (24).  © Swen Pförtner/dpa

Gerade erst eingewechselt verlängerte der Joker per Kopf auf Tom Rothe (21), der nur noch einschieben musste (63. Minute). Nur neun Minuten später bewies der Goalgetter wieder Köpfchen. Beim Abpraller stand er goldrichtig und drückte die Kugel per Kopf über die Linie (72.).

Das ist dann wohl der so häufig zitierte Torriecher, stand Ljubicic genau da, wo ein Stürmer stehen musste. Beim zweiten profitierte der Kroate zwar von einem Stockfehler der Braunschweiger, blieb aber vor Keeper Ron-Thorben Hoffmann (27) mit seinem Chip ganz cool (90.+4). Es war gleichzeitig der Schlusspunkt eines packenden Pokalfights.

"Marin hat in dieser Woche sehr hart gearbeitet und ist belohnt worden. Er ist ein Spieler, der alles gibt. In der Box kann er die Tore machen. Das hat er heute bewiesen", sagte Mauro Lustrinelli (50) auf der Pressekonferenz. "Als Stürmer hast du die schöne Aufgabe die Arbeit des Teams zu belohnen, das hat er gemacht. Es freut mich sehr für ihn."

Union-Berlin-Blog: Ende gut, alles gut bei Union?
1. FC Union Berlin Union-Berlin-Blog: Ende gut, alles gut bei Union?

Bei Union erlebte der 24-Jährige bislang eher eine unglückliche Zeit. Für vier Millionen aus Österreich geholt, entpuppte sich Ljubicic eher als Missverständnis. Zwar gelang ihm ein Traumeinstand, danach kam aber nicht mehr viel. Schnell bekam der Torjäger den Stempel Sturm-Flop verpasst.

Vor den Fans feiern die Union-Stars den Einzug in die nächste Runde.
Vor den Fans feiern die Union-Stars den Einzug in die nächste Runde.  © Swen Pförtner/dpa

Union Berlin hat noch Anpassungsschwierigkeiten ans neue Spielsystem

Ljubicic (M.) war schon als Sturm-Flop verschrien.
Ljubicic (M.) war schon als Sturm-Flop verschrien.  © Swen Pförtner/dpa

Als Ljubicic dann unter Steffen Baumgart (54) endlich spielen durfte (und auch traf), wurde er an Fortuna Düsseldorf verliehen. Ein Treffer gelang ihm nicht. Fortuna stieg ab, doch jetzt macht der einstige Fehleinkauf bei Union auf sich aufmerksam: "Was soll ich sagen? Ich bin sehr glücklich für mich, für das Team und für den Club", sagte der Doppelpacker.

Aufgrund des Überangebots im Sturm, sowie des aufgeblähten Kaders galt der 24-Jährige eigentlich erneut als Abgangskandidat. Wechselabsichten hat der Angreifer allerdings nicht. "Es war nicht das beste Jahr für mich. Jetzt bin ich zurück, um dem Team und dem Coach zu zeigen: Ich bin fit. Ich möchte hier bleiben!"

Union ließ sich trotz zweimaligen Rückstands nicht unterkriegen, konnte sich mal wieder auf ihre Standardstärke verlassen - und auf Ljubicic.

Union Berlin dreht packenden Pokalfight und räumt Stolperstein Braunschweig aus dem Weg
1. FC Union Berlin Union Berlin dreht packenden Pokalfight und räumt Stolperstein Braunschweig aus dem Weg

Der Pokalkrimi hat aber auch gezeigt, dass die Berliner unter ihrem neuen Trainer Lustrinelli trotzdem noch große Anpassungsschwierigkeiten haben. Der neue spielerische Ansatz des Schweizers geht noch auf Kosten der altbekannten Stabilität.

"Wir schaffen es noch nicht, unsere Intensität und unsere Aktivität über 90 Minuten zu zeigen", sagte Lustrinelli. "Aber ich glaube: Seit dem Anfang war das heute unser bisher bestes Spiel auf dem Platz."

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: