Berlin - Die Erlösung fiel in der 81. Minute. Eine zu kurz abgewehrte Ecke nahm Livan Burcu (22) direkt - und er haute die Kugel ins Netz. Danach kannte der Flügelspieler nur eine Richtung: ab zu Horst Heldt (56).
Mit wedelndem Zeigefinger rannte Burcu auf den 56-Jährigen zu und schloss ihn innig in die Arme.
"Horst ist einer, der zur Mannschaft sehr eng steht und sehr viel mit uns redet. Er motiviert mich natürlich jeden Tag und gibt mir immer Selbstbewusstsein, das Gefühl, dass ich sehr gut bin", erklärte der Angreifer seinen Jubellauf beim 1:0 gegen Aufsteiger SV Elversberg.
"Es ist wie eine Familie hier in der Kabine. Die Emotionen waren einfach da. Ich habe gesehen, wie Horst gejubelt hat, und dann bin ich dahin gerannt", so der Matchwinner bei Sky.
Burcu wurde in der 58. Minute eingewechselt, 23 Minuten später fiel das erlösende Tor. Der Manager hatte offenbar den richtigen Riecher. "Und heute hat er zu mir gesagt, als ich reingekommen bin, dass ich heute das Tor machen werde."
Als "geil" beschrieb der 22-Jährige die Bilder bei Sky. Insgesamt wollte er ein Zeichen setzen. "Tor gemacht und dann habe ich auf jeden Fall zur Bank geblickt, weil in der Situation, wo wir gerade sind, alle zusammen einfach feiern, das zeigt noch mal unsere Mentalität als Mannschaft", erzählte er.
Union Berlin gelingt Befreiungsschlag
Für Union Berlin ist das 1:0 nach der 0:7-Klatsche bei den Bayern und dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte mehr als nur der erste Saisonsieg. Es ist ein Zeichen an die Liga und an sich selbst: der eingeschlagene Weg unter Mauro Lustrinelli (50) funktioniert - weil Union wieder Union-Fußball spielt. Die Eisernen waren griffig, aggressiv in den Zweikämpfen und gefährlich bei Standards. Dass das 1:0 nach einer Ecke fiel, war kein Zufall.
"Ich bin sehr glücklich mit dem Sieg. Wir haben heute eine reife Leistung gezeigt", so Lustrinelli. Der Schweizer Meistermacher sah seine Mannschaft in vielen Bereichen verbessert. "Es war ein Schritt nach vorne in die richtige Richtung."